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Technologisch verfeinertes Festmenü

In der experimentellen Musiktheater-Produktion YUM! genießen elitäre Dinnergäste ein Menü, das reichlich mit den virtuellen Genüssen von XR-Technologien gewürzt ist. Doch was ist XR eigentlich genau?

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© Studio M.A.R.S. - KI-generiert mit OpenAI

Mit der Uraufführung der experimentellen Musiktheater-Produktion YUM! begeben sich die Bregenzer Festspiele in neue technologische Welten: In einer dystopischen Zukunft genießen elitäre Dinnergäste ein Menü, das statt der zu dieser Zeit bereits ausgestorbenen Kräuter reichlich mit den virtuellen Genüssen von XR gewürzt ist. Das Konzept der jungen Komponistin Wen Liu und ihres in Wien ansässigen Kollektivs M.A.R.S. (Music Art Research Science), das 2025 mit dem renommierten FEDORA Digital Prize ausgezeichnet wurde, bringt technologischen Fortschritt, Musiktheater und Performance Art zu einem immersiven Spektakel zusammen. Doch was genau sind eigentlich XR, AR, VR und wie sie alle heißen? Und unterscheidet sie mehr als nur ihr Vorname?

„XR ist genau genommen der Überbegriff über verschiedene immersive Technologien, die mit unserer Wahrnehmung der Realität arbeiten“, erklärt Flavia Mazzanti, Medienkünstlerin und Mitbegründerin des XR-Studios Immerea, die YUM! als XR-Beraterin bei der Entwicklung und Gestaltung des XR-Designs begleitet. „Die Abkürzung XR steht dabei für Extended Reality, und umfasst Technologien, die unsere Wahrnehmung der Realität digital erweitern oder verändern.“ Der Einsatz von XR kann dabei verschiedenen Zwecken dienen – von Information über Unterhaltung bis hin zu medizinischen Anwendungen ist das Spektrum sehr breit. Je nachdem, wie reale und virtuelle Inhalte miteinander kombiniert werden und in welchem Maß die physische Umgebung dabei wahrnehmbar bleibt, wird zwischen AR-, MR- und VR-Anwendungen unterschieden.

Augmented Reality: Virtuelle Pokémon-Figuren im Park
„AR, Augmented Reality, ist vermutlich die Technologie, die die meisten Menschen kennen – sei es von Spielen wie ‚Pokémon Go‘, wo beim Blick durch die Smartphone-Kamera in Straßen oder Parks virtuelle Pokémon-Figuren sichtbar wurden, oder auch von Smartphone-Anwendungen, die virtuelle Objekte, Informationen oder Effekte in die über die Kamera sichtbare reale Umgebung einblenden.“, meint Flavia Mazzanti. Dabei bleibt bei AR die reale Umgebung weiterhin sichtbar und wird um digitale Inhalte ergänzt. Bei Smartphone-Anwendungen wird beispielsweise das Kamerabild der realen Umgebung auf dem Display mit virtuellen Elementen überlagert. Sobald der Blick vom Display weg auf die tatsächliche Umgebung gerichtet wird, sind diese digitalen Ergänzungen nicht mehr sichtbar. Weitere Einsatzfelder von AR, die vielen bekannt sein dürften, sind beispielsweise auch der über das Head-up-Display in der Windschutzscheibe eingeblendete Abbiegepfeil oder die farbigen Linien, die bei Sportübertragungen eine Abseitsposition markieren oder die zu erreichende Sprungweite für den Sieg im Skispringen anzeigen.

Mixed Reality: Wie könnte die neue Inneneinrichtung aussehen? 
Eine weitere Form der Realitätserweiterung stellt die sogenannte „Mixed Reality“, abgekürzt MR, dar. Statt des eigenen Smartphones oder Tablets kommen für Mixed-Reality-Anwendungen häufig spezielle Headsets zum Einsatz, die virtuelle Inhalte mit der realen Umgebung verbinden. „Mit MR werden die reale und die virtuelle Ebene stärker miteinander verknüpft“, erklärt Flavia Mazzanti. „Im Unterschied zu den zuvor beschriebenen AR-Anwendungen ist die Wahrnehmung dabei nicht mehr auf den Bildschirm eines Smartphones oder Tablets begrenzt. Die reale Umgebung und die darin integrierten virtuellen Elemente können immersiv im eigenen Blickfeld und in ihrer räumlichen Dimension wahrgenommen werden. Bei sogenannten Passthrough-Headsets wird die reale Umgebung beispielsweise über Kameras erfasst und gemeinsam mit den virtuellen Elementen räumlich auf den Displays vor unseren Augen dargestellt.“ Diese Technologie kann in der Praxis beispielsweise in der Architektur- und Raumplanung eingesetzt werden, um Interessierten unterschiedliche Bodenbeläge, Wandfarben oder Einrichtungsgegenstände direkt in einer realen Umgebung zu visualisieren.

Virtual Reality: Vollständiges Eintauchen in fantastische Welten
Die immersivste Form von XR ist schließlich VR – die virtuelle Realität. „Hier tauchen die Nutzer:innen komplett in eine digitale Welt ein, die keine visuellen Anknüpfungspunkte mehr an ihre reale Umgebung bietet“, so Flavia Mazzanti. So erscheint die über die VR-Brille simulierte Welt den Betrachter:innen als visuell unmittelbar wahrgenommene Wirklichkeit. Durch räumlichen Klang, Hand- oder Controller-Tracking sowie haptisches Feedback kann das Gefühl der Immersion zusätzlich verstärkt werden. So fühlen sich die Nutzer:innen beispielsweise als handelnde Figur in einem Videospiel oder können sich ganz in fantastische Welten zurückziehen – so lange jedenfalls, wie es der Akku ihrer technischen Hilfsmittel erlaubt.

„In YUM! verhelfen sowohl AR- als auch MR- und VR-Technologien den Gästen zu ihren luxuriösen Genusserlebnissen – manches davon wird auch für das Publikum sichtbar sein“, verrät Flavia Mazzanti. Was genau? Das wird sich bei der Premiere am 20. August zeigen, wenn Madame D. zum technologisch verfeinerten Festmenü lädt!

(kb)

Info

YUM! feiert am 20. August um 20.00 Uhr in der Werkstattbühne Premiere. 
Eine weitere Aufführung findet am 22. August, ebenfalls um 20.00 Uhr, statt.

Weitere Informationen zu YUM! finden Sie hier: YUM!

11.08.2026 KI-generierter Entwurf für die D-Goggle aus "YUM!" © Studio M.A.R.S. - KI-generiert mit OpenAI
11.08.2026 Das von Lisa Horvath konstruierte "echte" VR-Headset von Madame D. © Bregenzer Festspiele / Kristina Becker

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