Hier finden Sie allgemeine Informationen zu den Bregenzer Festspielen sowie eine Auswahl an Ambientebildern und wissenswerten Details.
Die Bregenzer Festspiele:
Zahlen und Fakten
Gesellschaftsform
gemeinnützige Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH)
Gesellschafter
Bregenzer Festspiele Privatstiftung
Stiftungsvorstand
Hans-Peter Metzler – Präsident
Verena Brunner-Loss – Vizepräsidentin
Sabine Haag – zweite Vizepräsidentin
Michael Grahammer – Mitglied des Stiftungsvorstandes
Geschäftsführer
Lilli Paasikivi (Intendantin)
Michael Diem (Kaufmännischer Direktor)
Mitarbeitende/Mitwirkende
bis zu 1.200 Personen
Jahresbudget
25 Millionen Euro
davon Subventionen
4,86 Millionen Euro
davon Sponsoren- und Spendengelder
1,3 Millionen Euro
Subventionsgeber
40 % Republik Österreich
35 % Land Vorarlberg
25 % Stadt Bregenz
Besucher Spiel auf dem See
(Basis: Besucherbefragung 2019, n=14.000)
63 % Deutschland
23 % Österreich
11 % Schweiz/Liechtenstein
3 % restliches Ausland
Auslastung 2025
Der Freischütz: 97 %
Œdipe: 96 %
Hier finden Sie die gesamten Besucherzahlen und Auslastung 2025.
Platzangebot
Maximale Anzahl der Sitzplätze (tatsächliche Zahl kann abweichen)
Seebühne 6.722
Festspielhaus, Großer Saal 1.656
Werkstattbühne 1.563
Seefoyer 204
Seestudio 330
Parkstudio 220
Vorarlberger Landestheater 502
Kunsthaus Bregenz 150
Theater Kosmos 150
gesamt 11.497
Abdruck honorarfrei unter Nennung des Bildnachweises "Bregenzer Festspiele" sowie des jeweiligen Fotografen im Rahmen aktueller, redaktioneller Berichterstattung über die Bregenzer Festspiele.
Bitte beachten Sie die Allgemeinen Nutzungsbedingungen.
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Allerlei Fakten und Zahlen
rund um die Bregenzer
Festspiele
Keine „Firmengeschichte“ gleicht der anderen, jede ist einzigartig. Jene der Bregenzer Festspiele fußt auf einer damals, 1946, für viele aberwitzigen Idee. Die große Erzählung von mehreren Jahrzehnten Inspiration, Faszination und Begeisterung wäre jedoch unvollständig ohne viele kleine Begebenheiten, kleine und große Zahlen, wichtige und kuriose Randerscheinungen.
Hier eine Sammlung „Facts & Figures“: weder chronologisch noch thematisch geordnet, dafür oftmals überraschend.
1
Das bayerische Lindau auf der gegenüberliegenden Seite des Bodensees und Bregenz standen nach Ende des 2. Weltkriegs unter derselben französischen Besatzungsbehörde. Auch in Lindau gab es 1946 Pläne für eine Kulturveranstaltung. Militärkommandant Paul Henri Dumas musste sich entscheiden, welche Initiative unterstützt werden sollte. Aus Bregenzer Sicht traf er die richtige Wahl.
2
Apropos Lindau. Um bei technischen Details und Regieanweisungen Klarheit herbeizuführen, bedient man sich der beiden Kennzeichnungen „Lindau“ und „Bregenz“. Am Beispiel Carmen gab es die „Hand Lindau“, die der deutschen Nachbarstadt zugewandt ist, und die „Hand Bregenz“, die der Bregenzer Innenstadt näher ist. Denn: Ein Links und ein Rechts sind im Theaterbetrieb verfänglich, weil es immer davon abhängt, ob man sich auf der Bühne oder im Zuschauerraum befindet. Mehr zu diesem Thema findet man in einem Beitrag aus dem Jahr 2018.
3
Die Wassermenge des Seebühnen-Beckens, das für die Inszenierung von Der Freischütz in Bregenz genutzt wird, entspricht der Kapazität von etwa 3.200 eingelassenen Badewannen. Dieses beeindruckende Volumen unterstreicht nicht nur die grandiose Kulisse der Seebühne, sondern spielt auch eine zentrale Rolle in der visuellen und akustischen Gestaltung der Aufführungen.
4
Vier Jahre vergehen von der ersten Idee bis zur Premiere eines neuen Werks auf der Seebühne.
5
Das Soundsystem in Bregenz ist einzigartig: BOA (Bregenz Open Acoustic) wird auch als Bregenzer Richtungshören bezeichnet. Es ermöglicht es dem Publikum, Sänger:innen dort wahrzunehmen, wo sie tatsächlich auf der Bühne stehen und erzeugt so eine künstliche Raumakustik. Diese Technik überzeugt seit 2007 Fachwelt und Publikum gleichermaßen. „Erstmals ist auf der Seebühne der Klang genauso spektakulär wie die Szene“, hieß es etwa im „Münchner Merkur“.
6
Die Bregenzer Festspiele sind durch und durch international: Aus durchschnittlich 30 unterschiedlichen Nationen stammen die Mitwirkenden des Sommerfestivals.
7
Eine Saison wie 2008 hatten die Bregenzer Festspiele bis dahin noch nie erlebt: Bevor das Spiel auf dem See mit Giacomo Puccinis Opernthriller Tosca startete, gab es auf der Seebühne bereits Schießereien, Verfolgungsjagden, Elfmeter-Krimis – und viele, viele Kameras. Erst entstanden actiongeladene Szenen für den James-Bond-Film „Ein Quantum Trost“, dann schuf das ZDF vor der Seebühne seine „EM-Arena“ mit einem Jürgen Klopp als Experten.
8
Das Bühnenbild für Fidelio (1995/96) war mit 800 Tonnen das bisher schwerste der Festspielgeschichte.
9
Verdis Der Troubadour spielte 2005/06 in einer Ölraffinerie, die meterhohe Flammen in den Nachthimmel spie – das heißeste Bühnenbild, das das Publikum am See je erlebte.
10
Zwei Kräne setzten 2009/10 vor den Augen der Zuschauerinnen und Zuschauer das Bühnenbild zu Aida zusammen. Zwei Festspieltechniker saßen Abend für Abend in den Kranführer-Häuschen und waren Teil der Inszenierung. Einer der beiden Kräne war 85 Meter hoch. Festspielrekord!
11
Seit 2005 spielen die Wiener Symphoniker im Festspielhaus. Ihr Klang wird von dort nach draußen übertragen. Um die Einsätze koordinieren zu können, sehen sich Dirigent und Sänger:innen live auf Bildschirmen. Letztmals in der Seekulisse sichtbar war das Orchester im Sommer 1998 in der zweiten Saison von Porgy and Bess. Zwischen 1999 und 2004 „verschwand“ das Orchester im Betonkern der Seebühne.
12
Der 30 Meter hohe Leuchtturm aus David Pountneys legendärer Inszenierung von Wagners Der Fliegende Holländer (1989/90) ist heute noch in Wien zu bewundern. Nach einigen Jahren auf dem Gelände des Technischen Museums fand das 34 Tonnen schwere Kulissenteil seine endgültige Heimat in der „Sunken City“ auf der Donauinsel.
13
Die rund 200 Terrakotta-Krieger aus Turandot fanden beim Festspielpublikum so großen Anklang, dass das Festival nach zig Anfragen beschloss, die Figuren zu verkaufen. Die Armee zerstreute sich so in Privatgärten, öffentlichen Parks und auf Firmengeländen.
14
1979 wurde die neue Seebühne ihrer Bestimmung übergeben. Sie verfügte erstmals über einen Betonkern, in dem sich die wichtigsten infrastrukturellen Einrichtungen sowie der Orchestergraben befanden. 2023/24 wurde der Betonkern saniert: Die gesamte Licht- und Tontechnik sowie produktionsrelevante Maschinen wie Hydraulikgeräte sind dort untergebracht. Außerdem wurden zwei Unterwasser-Versorgungstunnels verlegt. Um den Betonkern herum wird alle zwei Jahre auf Holzpiloten das Fundament für das jeweilige Bühnenbild gelegt.
15
Die ab 1985 entwickelte eigenständige Bregenzer Dramaturgie soll vor allem die Hemmschwellen des Publikums abbauen und den Gedanken des für jeden zugänglichen Volkstheaters mit künstlerischem Anspruch betonen. Die Bregenzer Dramaturgie sieht für das Spiel auf dem See eine betonte Visualisierung der Opernthemen vor. Dadurch wird der Inhalt emotional aufgenommen und leichter verständlich, sodass auch für jene Besucher:innen, die selten in die Oper gehen, ein spontanes Verstehen der Vorgänge möglich wird. Diese besondere Art der Darstellung, die Unverwechselbarkeit des Ortes und die besondere Atmosphäre des Theaters unter freiem Himmel stellen den besonderen Reiz der Bregenzer Festspiele dar.
16
Für André Chénier 2011/12 diente erstmals ein historisches Gemälde als Vorlage für die Bühnenkulisse im Bodensee: Regisseur Keith Warner und Bühnenbildner David Fielding wählten „Der Tod des Marat“, eines der bekanntesten Gemälde von Jacques-Louis David, das den radikalen Revolutionsführer Jean Paul Marat zeigt, wie er 1793 von einer Anhängerin der Gegenpartei in seiner Badewanne erstochen wurde.
17
Zu einer Premiere der besonderen Art avancierte in einem länderübergreifenden TV-Ereignis die Fernsehübertragung von Turandot 2015: Erstmals zeigten die drei Sender SWR, SRF und ORF das Spiel auf dem See nicht nur gleichzeitig, sondern ließen die Zuschauer:innen in einer sogenannten Backstage-Fassung in Echtzeit auch hinter die Kulissen der Opernaufführung blicken und dabei unter anderem Mitwirkende zu Wort kommen. Zusätzlich übertrug 3sat das Bühnengeschehen vollständig. Mehr als eine Million TV-Zuseher:innen waren insgesamt mit dabei. Noch nie sahen bis dahin so viele Menschen eine Bregenzer Operninszenierung im Fernsehen.
18
Als im Juli 1946 bekannt wurde, dass sich die veranschlagten Kosten der ersten Festwoche von 60.000 Schilling verdreifachen, zog die sozialistische Parteiführung ihre ursprüngliche Zusage im Bregenzer Stadtrat vom 18. Juni zurück. In einer Zeit, in der es kaum Brot gebe, seien solche Ausgaben nicht angemessen. Der Protest verhallte, da die Vorbereitungen auch schon zu weit fortgeschritten waren. Und: Nachdem mit 25.500 Besucher:innen sogar mehr als erwartet kamen, blieb am Ende sogar ein Reingewinn von 4.000 Schilling.
19
Vier Mal änderte sich der Standort der Bregenzer Seebühne bis heute. Dabei war eine Seebühne gar nicht erste Wahl als Aufführungsort, erwies sich jedoch schon im Gründungsjahr als Glücksfall und Alleinstellungsmerkmal mit großen Vorteilen: Die Bühne auf zwei Kieskähnen war kostengünstig, mit dem nahen Bahnhof verkehrstechnisch gut gelegen und sie nutzte das Wasser als natürlichen Schallverstärker.
20
Entscheidend für den Erfolg der ersten Festwoche war, dass sowohl die französische Besatzungsbehörde als auch der Kanton St. Gallen einer Grenzöffnung zustimmten. Von den rund 25.500 Besucher:innen kamen 22.400 mit einem Tagespassierschein aus der Schweiz. Die Grenze zu Deutschland öffnete sich erst 1948.
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Im ersten Spiel auf dem See Bastien und Bastienne steckte viel Frauenpower. Maria Wanda Milliore entwarf nicht nur die Kostüme, sondern auch das Bühnenbild. Erst 71 Jahre später, 2017 sollte mit Es Devlin für Carmen wieder eine Frau das Bühnenbild in die Naturkulisse bauen.
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Im dritten Festspieljahr kriselte es gewaltig: Die Bregenzer Stadtvertretung sagte im Frühjahr 1948 das Spiel auf dem See ab, konnte später aber noch umgestimmt werden. Das finanzielle Risiko schien ihr zu groß, überhaupt belastete die Festivalorganisation die städtische Verwaltung. Das war der Anstoß zur Eigenständigkeit und Umbenennung: Die „Macher“ wollten unabhängig von politischen Launen und Einflüssen sein und gründeten 1949 den Verein Festspielgemeinde Bregenz. Dieser Trägerverein stellte bis in die 1980er-Jahre das Personal an und beschloss das Programm. Der Präsident bürgte mit seinem Privatvermögen. Die notwendige Ausfallhaftung übernahmen Vereinsmitglieder, die Stadt Bregenz und – was längst in Vergessenheit geraten ist – Textilfabrikanten aus Dornbirn. Noch heute wird im Verein der Freunde der Bregenzer Festspiele das Engagement fortgesetzt.
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Die Spitzenfunktionen des Sommerfestivals sind langjährig von denselben Personen besetzt. Hans-Peter Metzler (Jahrgang 1959) arbeitete schon während seiner Schulzeit als Platzanweiser auf der Seetribüne. Er ist nach Walter Rhomberg (1963-1968), Albert Fuchs (1968-1981) und Günter Rhomberg (1981-2012) erst der insgesamt vierte Präsident der Bregenzer Festspiele (seit 2012). Nicht von „hop on – hop off“ gesprochen werden kann auch angesichts der kurzen Liste der Intendant:innen bzw. künstlerischen Leiter:innen: Ernst Bär (1952-1982), Alfred Wopmann (1983-2003), David Pountney (2004-2014), Elisabeth Sobotka (2015-2024) und seit 2025 Lilli Paasikivi.
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Für die Maskenabteilung war Hoffmanns Erzählungen, die Oper im Festspielhaus 2015, die aufwändigste Produktion: Über 100 Perücken und Kopfbedeckungen wurden für die Inszenierung von Stefan Herheim produziert.
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Die Bregenzer Festspiele sind ein starker Wirtschaftsfaktor für die Region. Auf Basis von Online-Befragungen aus dem Jahr 2019 legte die Wirtschaftskammer Vorarlberg den Beitrag des Sommerfestivals zum Bruttoinlandsprodukt auf ca. 106 Millionen Euro fest. Der auf die Festspiele zurückzuführende Steuerrückfluss von 36 Millionen Euro sorgt für rund fünfmal mehr Steuereinnahmen als an Subventionen fließen. Zu diesen ökonomiefördernden Erfolgszahlen kommen noch über 1.000 Jobs in Österreich, 904 allein in Vorarlberg, die maßgeblich mit den Bregenzer Festspielen in Zusammenhang stehen.
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Während die Bregenzer Festspiele normalerweise in den warmen Sommermonaten Juli und August stattfinden, konnte man in Lech am Arlberg das „Spiel auf dem Schnee“ erleben: Einige Male gastierte das Festival in Lech am Arlberg, wo etwa 2010 unter dem Titel Viva Verdi – Arienzauber in den Alpen Höhepunkte aus vier Verdiopern unter freiem Himmel – bei Schneefall und Minusgraden – dargeboten wurden. Das Bühnenbild stellte einen überdimensionalen Hut dar, für dessen Bau 2.200 Kubikmeter Schnee nötig waren.
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Im Juli 2021 wurde ein Vertrag über das Projekt zur Sanierung und Erweiterung im Festspielbezirk unterzeichnet. Neben der umfassenden Sanierung des Festspielhauses und der Tribüne wurde auch ein modernes Mehrzweckgebäude mit Werkstätten errichtet. Die komplette Fertigstellung ist für 2025 geplant.
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Neben mehr als 400 Künstler:innen wirkten an der ersten Festwoche auch 280 Sportler:innen mit: Stadtrat Adolf Salzmann misstraute offenbar der alleinigen Anziehungskraft von Musik und Theater. Deshalb sollten sicherheitshalber auch Sportveranstaltungen, darunter ein Fußballturnier, im Rahmen der Festwoche stattfinden.
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Das Bühnenbild von Rigoletto, das von Philipp Stölzl und Heike Vollmer entwickelt wurde, bestach vor allem durch die Lebendigkeit von Kopf, Hand und Kragen. Es wurde durch rund 120 „Cues“ gesteuert, die meistens aus einer großen Anzahl von einzelnen Bewegungen bestehen. Damit beispielweise der Kopf in die jeweilige Position gebracht werden konnte, arbeiteten mehrere Menschen über zwei Bedienpulte an einem zentralen Steuerungssystem.
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Unter freiem Himmel gelten besondere Bedingungen. Wer glaubt, jede Aufführung auf der Seebühne gleiche der anderen, irrt. Manchmal muss kurzfristig improvisiert werden. Die Premiere von Aida 2009 drohte wegen Unwetterwarnung auszufallen, konnte aber– mit Änderungen – dennoch gespielt werden. Wovon das Publikum nichts mitbekam: Das sogenannte „Elefantenboot“ konnte wegen Wind während des Triumphmarsches nicht fahren, auch andere Bühnenbewegungen waren als zu riskant gestrichen worden.
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Eine:n tatsächlichen „Festspielgründer:in“ sucht man in Bregenz vergebens.
Denn es gab verschiedene Gruppen, die mit der Festspiel-Idee unterschiedliche Ziele verfolgten: Stadtrat Adolf Salzmann wollte den Tourismus ankurbeln. Landeskulturreferent Eugen Leissing ging es um die Erbauung – etwas Feierliches sollte die Bevölkerung von ihren Sorgen ablenken. Und der Wiener Kurt Kaiser – er leitete die neu gegründete Vorarlberger Landesbühne – suchte nach Arbeit für die vielen Künstler:innen und Kulturschaffenden, die 1945 aus der russischen Besatzungszone im Osten Österreichs nach Vorarlberg geflohen waren.
Service: In der Chronik der Bregenzer Festspiele kann man sich durch die verschiedenen Bühnenbilder der vergangenen Jahre klicken.
Spiel auf dem See: Glanz, Sehnsucht und Vergänglichkeit
Giuseppe Verdis berühmte Oper La traviata ist im Sommer 2026 erstmals auf der Bregenzer Seebühne zu erleben. Das 1853 am Teatro La Fenice in Venedig uraufgeführte Werk zählt zu den meistgespielten Opern der Welt und berührt bis heute durch seine zeitlose Geschichte von Liebe, Freiheit und gesellschaftlicher Konvention. Premiere ist am 22. Juli 2026.
Am Bodensee verlegen der Regisseur Damiano Michieletto und Bühnenbildner Paolo Fantin, ein international sehr gefragtes Team, die Geschichte der Pariser Kurtisane Violetta Valéry in die rauschhaften 1920er Jahre – in eine Welt der Jazzclubs, des Überflusses und der Illusionen. Zwischen glitzernden Partys und innerer Leere sucht Violetta Valéry nach einem Leben jenseits der Fassade, nach echter Liebe inmitten einer Gesellschaft, die über Moral urteilt, aber selbst ohne Maß lebt.
„Diese Zeit wurde zum Symbol für Exzess, Feiern und Hedonismus“, sagt Michieletto. „Sie passt perfekt zur Atmosphäre von La traviata – und zur Opulenz der Seebühne.“ Wie in F. Scott Fitzgeralds Der große Gatsby wird die Bühne zum Spiegel einer Gesellschaft, die alles haben will und dabei das Menschliche verliert. Michieletto inszeniert Verdis Werk als Balance zwischen Intimität und Spektakel, zwischen Nähe und Weite. „La traviata ist eine sehr intime Oper“, so der Regisseur. „Wir wollen diese Nähe bewahren und sie gleichzeitig für die große Seebühne erfahrbar machen.“ Mit filmischen Mitteln, Videos und symbolischen Bildern entsteht eine poetische und zugleich scharfsichtige Erzählung über Liebe, Selbstbestimmung und Vergänglichkeit.
Damiano Michieletto zählt zu den profiliertesten Künstlern seiner Generation. Er inszeniert an führenden Opernhäusern und Festivals, darunter die Salzburger Festspiele, das Theater an der Wien und das Royal Opera House Covent Garden in London. Seit vielen Jahren arbeitet er eng mit dem Bühnenbildner Paolo Fantin zusammen, der mit seinen detailreichen, atmosphärischen Bühnenräumen maßgeblich zum unverwechselbaren Stil Michielettos beiträgt. Die musikalische Leitung von La traviata liegt bei Kirill Karabits und Pietro Rizzo, die beide erstmals in Bregenz dirigieren. Für das Bühnenbild zeichnet Paolo Fantin verantwortlich, die Kostüme entwirft Carla Teti. Das Videodesign liegt beim Österreicher Roland Horvath, und das Lichtdesign bei Alessandro Carletti.
Oper im Festspielhaus: Ein Antiheld stolpert durch Zeit und Raum
Matěj Brouček will eigentlich nur eines: seine Ruhe. Die Welt da draußen ist ihm zu laut, zu kompliziert, zu anstrengend. Lieber verkriecht er sich in die Sicherheit seiner eigenen vier Wände. Doch das Leben hat andere Pläne. Ohne sein Zutun wird Brouček aus seiner Komfortzone gerissen: Erst wird er auf den Mond geschleudert, dann landet er im Prag des 15. Jahrhunderts. Statt scheinbar sicherer Isolation erwarten ihn groteske Gesellschaften, skurrile Prüfungen und eine Vergangenheit, die überraschend aktuell wirkt. Aber verändern Brouček diese Reisen wirklich – oder bleibt er am Ende doch der Alte?
Die Ausflüge des Herrn Brouček des tschechischen Komponisten Leoš Janáček ist im Sommer 2026 als Oper im Festspielhaus zu erleben. Die Bregenzer Neuinszenierung feiert am 23. Juli 2026 Premiere. Die 1920 in Prag uraufgeführte Oper ist ein Werk von beißender Ironie und tiefgründiger Komik – eine Satire auf bürgerliche Selbstzufriedenheit, moralische Bequemlichkeit und die ewige menschliche Unfähigkeit, aus der Geschichte zu lernen. Janáčeks Musik bewegt sich mit virtuoser Leichtigkeit zwischen Ironie und Ernst, zwischen Walzerseligkeit und leidenschaftlichen Chören, zwischen Alltagsnähe und surrealer Überspannung.
In einer Zeit, in der sich Gesellschaften zunehmend voneinander abschotten, wirkt Die Ausflüge des Herrn Brouček aktueller denn je. Der US-amerikanische Regisseur Yuval Sharon, bekannt für seine innovativen und unkonventionellen Opernproduktionen – er war als erster US-Regisseur bei den Bayreuther Festspielen und ist derzeit Künstlerischer Leiter der Detroit Opera –, bringt das selten gespielte Werk inspiriert vom Dadaismus und absurdem Theater in einer mutigen, bildgewaltigen Inszenierung auf die Bühne. Für Bühnenbild und Kostüme zeichnet der Brite Jon Bausor verantwortlich, die musikalische Leitung liegt beim tschechischen Dirigenten Robert Jindra.
Musiktheater auf der Werkstattbühne: Technologie versus Empathie
Auf der Werkstattbühne sind 2026 zwei visionären Musiktheaterprojekte zu sehen, die den Menschen im Spannungsfeld von Technik, Emotion und Wirklichkeit beleuchten. In Passion of the Common Man, zu sehen am 31. Juli und 1. August 2026, entwerfen der isländische Komponist Daníel Bjarnason und der kanadische Librettist Royce Vavrek ein weltliches Oratorium, das die Struktur von Bachs Passionen in eine nahe Zukunft überträgt. Für vier Solist:innen, Chor und Kammerorchester komponiert, verhandelt Passion of the Common Man das Bedürfnis nach Empathie in einer futuristischen Welt.
Regisseurin Netia Jones, stellvertretende Leiterin der Oper an der Royal Opera in London, gestaltet die Werkstattbühne als immersiven Raum, in dem Musik, Licht und Video zu einem vielschichtigen Gesamtkunstwerk verschmelzen. Die legendäre Mezzosopranistin Anne Sofie von Otter übernimmt eine zentrale Rolle, die Gesang und Sprache verbindet und das traditionelle Bild des Evangelisten neu interpretiert.
Auch YUM! blickt in die Zukunft – allerdings auf grotesk-satirische Weise. Zwischen Oper, Performance Art und Extended Reality lädt das Stück der chinesischen Komponistin Wen Liu zu einem dekadenten Dinner, bei dem Genuss zur Illusion und Konsum zum Abgrund wird. YUM! verbindet digitale Technologie mit Live-Performance am 20. und 22. August 2026 auf der Werkstattbühne zu einem sinnlichen, bitter-süßen Abend über Maßlosigkeit unsere Zeit. Konzipiert wurde YUM! von Studio M.A.R.S. aus Wien, einem jungen, internationalen Kollektiv mit Expertise in Musik, Theater, Medienkunst und immersiven Technologien. Das Team gewann mit seinem Konzept den FEDORA Digital Prize 2025.
Opernstudio am Kornmarkt: Liebe, Highschool und ein Schuss Magie
Mit Gaetano Donizettis L’elisir d’amore präsentiert das Opernstudio der Bregenzer Festspiele 2026 eine Liebeskomödie voller Charme, Humor und Gefühl. Unter der musikalischen Leitung von Danila Grassi und in der Inszenierung von Anna Kelo verwandelt sich das Theater am Kornmarkt ab dem 17. August 2026 in eine bunte Highschool-Welt. Es entspinnt sich ein Spiel um Liebe, Sehnsucht und Selbstfindung – eine Coming-of-Age-Geschichte, das an Netflix-Serien wie Sex Education erinnert und Donizettis Werk in ein zeitgemäßes Licht rückt.
Im Mittelpunkt steht der schüchterne Nemorino, der hoffnungslos in die kluge und selbstbewusste Adina verliebt ist. Als der exzentrische Quacksalber Dulcamara ihm einen „Liebestrank“ verkauft, nimmt das emotionale Chaos seinen Lauf. Mit Witz, feinen Charakterzeichnungen und einer der schönsten Tenorarien der Operngeschichte erzählt Donizetti von den Irrungen und Wirrungen der Liebe – leichtfüßig, und doch sehr berührend.
„Für die jungen Sänger:innen des Opernstudios ist diese Produktion eine ideale Bühne, um stimmliche Ausdruckskraft und schauspielerische Präsenz zu verbinden“, sagt Intendantin Lilli Paasikivi, die das Opernstudio auch in diesem Jahr mit einer Meisterklasse begleitet. „Diese Oper braucht Spielfreude und Leichtigkeit, aber auch Tiefe und Ausdruckskraft.“ Bereits im März 2026 hat sich der Nachwuchs mit Lilli Paasikivi und den künstlerischen Betriebsdirektor Jaakko Kortekangas in einer Meisterklasse auf die Premiere vorbereitet.
Schauspiel: ein Hypochonder und drei Frauen im Rausch
Zwei Produktionen prägen das Schauspielprogramm der Bregenzer Festspiele 2026: das Gastspiel des Burgtheaters mit Molières Der eingebildete Kranke und die Uraufführung von under the influence von Natalie Baudy, das 2025 den Wettbewerb der Österreichischen Theaterallianz gewonnen hat.
Das Burgtheater gastiert im Sommer 2026 mit Molières Der eingebildete Kranke in einer Inszenierung von Direktor Stefan Bachmann in Bregenz. Ursprünglich war vorgesehen, die Gastspielserie des Burgtheaters aufgrund von Einsparungen seitens der Subventionsgeber für zwei Jahre auszusetzen. Dank einer Sonderzahlung des Bundesministeriums für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport anlässlich des 80-jährigen Bestehens der Bregenzer Festspiele kann das Gastspiel im Sommer 2026 realisiert werden. Mit Der eingebildete Kranke bringt das Burgtheater eine seiner erfolgreichsten Produktionen an den Bodensee. Der Klassiker, 1673 uraufgeführt und zugleich das letzte Werk des französischen Komödienmeisters, entlarvt mit scharfem Witz und bitterem Humor die menschliche Angst vor Krankheit und Tod. Im Mittelpunkt steht der Hypochonder Argan, umgeben von geldgierigen Ärzten und eigennützigen Verwandten – ein groteskes Spiel aus Selbsttäuschung und Geschäftemacherei, das zugleich höchst unterhaltsam und erschreckend aktuell ist. Premiere ist am 24. Juli 2026 im Theater am Kornmarkt.
Am 12. August 2026 folgt im Theater KOSMOS die Uraufführung von under the influence, dem Gewinnerstück der Österreichischen Theaterallianz. Die Autorin Natalie Baudy erzählt darin von drei Frauen, die in einem Wohnhaus zwischen Alkohol, Erinnerungen und Befreiungsdrang nach neuen Formen des Rauschs suchen – ein kraftvolles, zeitgenössisches Stück über Abhängigkeiten, weibliche Selbstermächtigung und das Bedürfnis, im Taumel das Leben zu spüren.
Orchesterkonzerte: Herkunft, Mythen und Moderne
Klangliche Entdeckungsreisen, mythische Klangwelten und zeitgenössische Perspektiven – die Orchesterkonzerte 2026 spannen einen weiten Bogen von der britischen Musiktradition über nordische Mythen bis zur österreichischen Gegenwart. Unter der Leitung internationaler Spitzendirigent:innen entfalten sich Klangwelten voller Emotion, Energie und Inspiration.
Am 27. Juli 2026 präsentieren die Wiener Symphoniker unter der Leitung von Dalia Stasevska in Werken von Kaija Saariaho, Lili Boulanger und Antonín Dvořák ein Programm zwischen Herkunft, Sehnsucht und Identität. Saariahos Ciel d’hiver eröffnet den Abend mit leuchtender Transparenz und geheimnisvoller Spannung. Lili Boulangers Komposition Faust et Hélène, die ihr 1913 den Prix de Rome einbrachte, ist ein musikalisches Psychogramm von Liebe, Verführung und Verlust. Den Abschluss bildet Dvořáks Symphonie Nr. 9 Aus der Neuen Welt – ein Werk, das aus der Ferne nach Heimat klingt und zugleich Offenheit und kulturelle Verbundenheit feiert. Mit Emily D’Angelo, Andrew Staples und Rafael Fingerlos glänzt eine hochkarätige Vokalbesetzung.
Am 2. August 2026 führen Eva Ollikainen und die Wiener Symphoniker in nordische und archaische Klangwelten. Die Chefdirigentin des Isländischen Sinfonieorchesters entfaltet mit Jean Sibelius’ Pohjolas Tochter eine farbenreiche Szene zwischen Naturgewalt und tragischer Größe. Sein Violinkonzert in d-Moll, interpretiert vom jungen brasilianischen Geiger Guido Sant’Anna, vereint Virtuosität und tiefe Empfindung. Mit Igor Stravinskys Le sacre du printemps wird schließlich die Moderne in ihrer radikalsten Form beschworen – ein Ballett von archaischer Wucht und eruptiver Energie, das seit seiner skandalumwitterten Uraufführung 1913 nichts an Faszination verloren hat.
Am 10. August 2026 präsentieren Petr Popelka und die Wiener Symphoniker ein Programm zwischen Gegenwart, Impressionismus und musikalischer Bildkraft. Dabei erlebt Bernd Richard Deutschs Intensity seine österreichische Erstaufführung – eine hochenergetische Studie über Verdichtung und Bewegung, 2022 vom Cleveland Orchestra uraufgeführt. Maurice Ravels zweite Suite aus Daphnis et Chloé entführt in eine Welt aus leuchtenden Klangfarben und raffinierter Harmonik. Den Abschluss bildet Modest Mussorgskis Bilder einer Ausstellung in Ravels Instrumentierung – ein orchestrales Meisterwerk voller Farbe, Emotion und Hommage an die Malerei.
Am 23. August 2026 schließlich widmet sich Leo McFall mit dem Symphonieorchester Vorarlberg der reichen Musiktradition Großbritanniens – zwischen Aufbruch, Identität und feinem Humor. Der britische Chefdirigent Leo McFall eröffnet mit Ethel Smyths mitreißender Ouvertüre zu The Wreckers ein musikalisches Manifest weiblicher Selbstbehauptung. Elizabeth Maconchys Nocturne für Orchester entfaltet eine poetische Klanglandschaft zwischen Licht und Schatten, während Benjamin Brittens Vokalzyklus Les Illuminations nach Rimbaud die junge Sopranistin Emma Kajander in schillernden Farben und intensiver Sprachrhythmik brillieren lässt. Den Abschluss bilden Edward Elgars Enigma-Variationen – ein Klassiker britischer Orchesterkunst, der in kunstvollen musikalischen Porträts feinsinnigen Humor, Emotionalität und Tiefgang vereint.
Kammermusik im Seestudio und im KUB: Von Träumen und Soldaten
Zwischen träumerischen Liedwelten und jazzigen Barockexperimenten, zwischen berührenden Instrumentalklängen und packender Erzählkunst bewegt sich das Kammermusikprogramm im Seestudio und im Kunsthaus Bregenz.
Im Liederabend Dreamers and the Departed am 9. August erzählen Jacques Imbrailo und James Baillieu im Seestudio von Träumen und Verlust. Am 11. August heißt es im Kunsthaus Bregenz Baroque meets Jazz, wenn das Trio Kronthaler um Mezzosopranistin Theresa Kronthaler in seinem Konzert die Musik von Monteverdi, Purcell und Händel in neuem Klanggewand präsentiert – mit E-Gitarre und Kontrabass. Den Abschluss bildet am 16. August Stravinskys Die Geschichte vom Soldaten mit Moritz von Treuenfels als Sprecher – dem Schauspieler, der zwei Sommer lang als Samiel das Publikum der Seebühnenaufführungen von Der Freischütz begeisterte – und einem siebenköpfigen Ensemble unter der Leitung der Violinistin Sophie Heinrich.
In der Reihe „Wiener Symphoniker ganz persönlich“ öffnen Mitglieder des Festspielorchesters wieder das Tor zu ihren persönlichen musikalischen Leidenschaften. Am 25. Juli 2026 lässt die achtköpfige Cello-Gruppe gemeinsam mit Sopranistin Emma Kajander im Seestudio in Seelenvolle Stimmen Werke von Verdi, Puccini, Sibelius und Villa-Lobos erklingen. Am 1. August, führt ein Streichsextett Von Britannien nach Böhmen und von Elgar zu Dvořák. Tief emotionale Klangwelten entfalten sich am 15. August in Strings Unbound, wenn ein Streichquartett Leoš Janáčeks Kreutzer-Sonate Richard Stöhrs e-Moll-Quartett (österreichische Erstaufführung) gegenübergestellt.
Weitere Konzerte: Barocke Klangwelten und französischer Esprit
Die Musik Johann Sebastian Bachs zieht sich wie ein roter Faden durch das Festspielprogramm 2026: Neben der Uraufführung von Passion of the Common Man auf der Werkstattbühne spielt seine Musik auch in zwei weiteren Konzerten eine zentrale Rolle, die die meditative, beinahe heilende Kraft seiner Musik offenbaren.
Nach dem großen Erfolg des ausverkauften Chorkonzerts des YL Male Voice Choir aus Helsinki in der Herz-Jesu-Kirche im Sommer 2025 präsentiert in diesem Jahr der Chor des Bayerischen Rundfunks unter der Leitung von Peter Dijkstra mit Im Herzen des Barocks am 28. Juli in der Pfarrkirche St. Gallus Meisterwerke aus drei Generationen der Musikerfamilie Bach.
Ein außergewöhnliches Erlebnis verspricht das Konzert Bach Nirvana am 7. und 8. August auf der Werkstattbühne. Die international gefeierte Pianistin Angela Hewitt, eine der renommiertesten Bach-Interpretinnen unserer Zeit, präsentiert ausgewählte Klavierwerke von Johann Sebastian Bach, die durch ihre Klarheit, spirituelle Dimension und innere Balance berühren. Begleitet wird sie vom Licht- und Videokünstler Mikki Kunttu, der mit subtilen Farbverläufen, changierenden Projektionen und sanften Übergängen eine poetische visuelle Ebene schafft. Klang, Raum und Licht verschmelzen in diesem Konzert auf der Werkstattbühne zu einem kontemplativen Gesamterlebnis, das Musik als meditativen Zustand erfahrbar macht.
Einen charmanten Kontrapunkt setzt Anne Sofie von Otter mit ihrem Chansonabend Douce France am 5. August im Theater am Kornmarkt. Zwischen Salonmusik und Jazz präsentiert sie ein stilistisch vielfältiges Programm, das von französischen Klassikern bis zu Berliner Liedern reicht – eine Hommage an das Chanson in all seinen Facetten. Mit feinem Gespür für Stimmungen und Zwischentöne eröffnet sie einen ebenso persönlichen wie nuancierten Blick auf die poetische Welt des französischen Liedes.
80 Jahre Bregenzer Festspiele: Singt mit uns!
2026 feiern die Bregenzer Festspiele ihr 80-jähriges Bestehen mit einem Programm, das Gemeinschaft, Geschichte und Musik vereint. Am 1. August wird die Seetribüne selbst zum Instrument: Beim großen Singalong am See sind alle eingeladen, Teil eines einzigartigen musikalischen Erlebnisses zu werden. Unter dem Motto „Alemania cantat“, das im Grundstein des Festspielhauses eingraviert ist, vereinen sich hunderte Stimmen aus Stadt und Land, von Chören, Gesangsgruppen und Einzelpersonen jeden Alters, um gemeinsam die großen Melodien der Operngeschichte zu singen. Egal ob geübte Chorsänger:in oder begeisterte Hobby-Stimme – jeder kann mitmachen, denn im Mittelpunkt steht an diesem Nachmittag die Freude am Singen, die Kraft der Musik und die Energie der vielen Stimmen.
Unter der Leitung des australischen Dirigenten Steven Moore und begleitet von einem Instrumentalensemble, renommierten Festspiel-Solist:innen sowie Mitgliedern des Bregenzer Festspielchors, des Prager Philharmonischen Chors und des Bayerischen Rundfunkchors entsteht ein Klangraum, der die Seebühne in Schwingung versetzt. Das Programm spannt den Bogen über acht Jahrzehnte Festspielgeschichte – mit Klassikern wie Va pensiero aus Nabucco, dem Jägerchor aus Der Freischütz, dem Brindisi aus La traviata und Auszügen aus Carmen und Turandot.
Ergänzend dazu lädt von 13. Juni bis 23. August 2026 eine Fotoausstellung mit großformatigen Bildern entlang der Bregenzer Seepromenade zu einer Reise durch acht Jahrzehnte Festspielgeschichte ein. Zahlreiche Plakatwände zeigen die beeindruckendsten Bühnenbilder, Inszenierungen und Momente des Spiels auf dem See – eingebettet in die malerische Kulisse des Bodensees.
Junge Festspiele:
Neugier, Kreativität und drei Schafe auf dem Weg in die Freiheit
Die Jungen Festspiele bieten auch 2026 ein abwechslungsreiches und inspirierendes Programm, das junge Menschen auf kreative und unmittelbare Weise an Musik und Theater heranführt. Neben dem MINT-Projekt, den Opern-Workshops und dem Fest des Kindes steht von 10. bis 14. Juni im Seestudio das Konzert MähTropolis auf dem Programm – ein turbulentes musikalisches Abenteuer über drei Schafe auf der Suche nach Freiheit jenseits der Weide. Mit Witz, Charme und Musik von Satie bis Schostakowitsch zeigt das Sonus Brass Ensemble, wie spannend und unterhaltsam klassische Musik sein kann.
Das große Highlight ist die Young People’s Night am 18. Juli: Einen Tag lang öffnen die Bregenzer Festspiele ihre Pforten für Jugendliche. Zahlreiche Programmpunkte auf dem gesamten Festspielgelände laden dazu ein, hinter die Kulissen zu blicken und selbst kreativ zu werden. Den krönenden Abschluss bildet der gemeinsame Opernbesuch von Verdis La traviata auf der Seebühne.
Die Bregenzer Festspiele 2026 finden von 22. Juli bis 23. August statt. Tickets und Infos unter www.bregenzerfestspiele.com und Telefon 0043 5574 4076.