Sag mal, Moritz von Treuenfels …
Neugierde, Heißhunger auf Eis und ein Nachtspaziergang
Moritz von Treuenfels kehrt in diesem Jahr zu den Bregenzer Festspielen zurück. In den vergangenen beiden Sommern war der deutsche Schauspieler Samiel in Der Freischütz zu erleben. 2024 wurde er mit dem Kurt-Meisel-Preis ausgezeichnet. Außerdem stand er unter anderem an den Münchner Kammerspielen und am Theater Basel auf der Bühne und ist regelmäßig auch in Film- und Fernsehproduktionen zu sehen. Bei den Bregenzer Festspielen übernimmt er in Die Geschichte vom Soldaten die Sprecherrolle.
Was ist deine Lieblingsbeschäftigung?
Ich würde sagen: essen. Und Musik machen. Namentlich am Klavier sitzen, improvisierend alles verarbeiten was so passiert im außen und innen.
Wie sieht für dich ein perfekter Tag aus?
Oh, da fallen mir viel zu viele Dinge ein. Fangen wir vorne an: Die Morgende können gar nicht lang genug sein; ewig im Bett Kaffee trinken, Zeitung (print!) oder ein gutes Buch lesen. Rausfahren in die Natur, an einen See - oder noch besser: auf einen See. Schwimmen, segeln. Nach Hause kommen und ewig etwas blubbern hören auf dem Herd. Essen. Einen Film auf dem Beamer schauen. Dann einen Nachtspaziergang. Spät ins Bett und am nächsten Tag keine Termine.
Was ist einer deiner stärksten Charakterzüge?
Oh keine Ahnung. Vielleicht ist es die Neugier. Und ich mag Hunde.
Wer ist dein:e Held:in der Kindheit?
Michel aus Lönneberga.
Was ist deine größte Schwäche?
Ungeduld. Heißhunger auf Eis.
Was inspiriert dich am meisten?
Wenn Menschen für etwas brennen. Wenn sie neugierig sind und nicht zynisch. Wenn sie mutig und frei auf Dinge schauen können. Wenn Menschen inklusiv denken, fühlen und handeln und das vermeintlich fremde immer als Potential und Schatz begreifen können.
Welche Fehler entschuldigst du am ehesten?
Unpünktlichkeit, Schusseligkeit.
Wenn du in eine andere Zeit reisen könntest, wohin würde es gehen?
Nach England in die 70er Jahre. Ich würde in einer Band spielen. Sie wäre sehr erfolgreich.
Welches Talent würdest du gerne haben?
Ich würde wahnsinnig gerne gut malen können. Ich kann das leider null, meine 3-jährigen Nichten malen tausendfach besser als ich. Ich bewundere das bei Menschen sehr, sich etwas im Kopf auszumalen und es dann aufs Papier zu bringen.
Was ist dein Motto?
Ich bin allergisch auf Mottos. Ich kann mir auch nie ein Motto merken, es bleibt einfach nicht haften.
Welche Person (lebendig oder tot) würdest du gerne auf einen Kaffee treffen?
Martha Argerich, James Baldwin, Tilda Swinton, Alice Rohrwacher, J.S. Bach, Neil Young, Leonardo da Vinci.
Wie ist es für dich zurückzukehren zu den Bregenzer Festspielen, wenn auch in einer neuen Rolle?
Richtig toll. Ich liebe es hier. Es ist ein Ort großer Möglichkeiten und ich hatte eine fantastische Zeit als Teufel Samiel im „Freischütz". Jetzt wieder teuflisch unterwegs zu sein in der „Geschichte eines Soldaten“ mit so großartigen Musiker:innen freut mich sehr!
Privat lieber Pop oder Klassik?
Ich habe von meiner Mutter die Klassik, von meinem Vater den Pop geerbt. Ich brauche beides in meinem Leben.
Welche Kindheitserinnerung macht dich besonders glücklich?
Ich erinnere mich an eine ausgeprägte Form der Vorfreude. Wir durften nur selten Filme schauen. Wenn es hieß, am Wochenende wird was geschaut, war die ganze Woche erfüllt von der Freude darauf. Ich glaube und hoffe, es ist etwas übriggeblieben von diesem Gefühl. Wenn ich jetzt an das Kammerkonzert denke, spüre ich auch dieses kribbeln. Sicher ist es Nervosität, aber noch viel mehr ist es Vorfreude.
In diesem Fragebogen verraten Menschen der Bregenzer Festspiele Gedanken rund ums Leben – und sich selbst.
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