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Sag mal, Damiano Michieletto … 

Intuition, der venezianische Dialekt und eine Katze als Hauptrolle

03. Damiano Michieletto © Fabio Lovino
© Fabio Lovino

Damiano Michieletto hat sich schnell als einer der interessantesten italienischen Regisseure seiner Generation auf der internationalen Bühne etabliert und gehört heute zu den weltweit gefragtesten. Er studierte Opern- und Schauspielregie an der Scuola d’arte drammatica Paolo Grassi in Mailand und absolvierte außerdem ein Studium der Modernen Literaturwissenschaft in seiner Heimatstadt Venedig. Sein Werk umfasst unter anderem Inszenierungen an der Opéra de Paris, der Mailänder Scala, dem Royal Opera House in London, der Sydney Opera und bei den Salzburger Festspielen. Bei den Bregenzer Festspielen inszeniert er erstmals La traviata.

Was ist deine Lieblingsbeschäftigung?

Ich nehme mir gerne Zeit, meinen Kindern zuzuhören und ihnen dabei zu helfen, sich zu entwickeln.

Wie sieht für dich ein perfekter Tag aus?

Der perfekte Tag ist der, an dem man Dinge tut, ohne Angst davor zu haben, wie man dafür verurteilt werden könnte.

Was ist einer deiner stärksten Charakterzüge?

Intuition.

Was ist deine größte Schwäche?

Ich bin nicht beständig.

Was inspiriert dich am meisten?

Mich inspiriert die Schönheit, die ich in alltäglichen Dingen sehe – jene Schönheit, die einen überrascht, weil sie sich nie zur Schau stellt.

Wenn du in eine andere Zeit reisen könntest, wohin würde die Reise gehen?

Ich wünschte, ich wäre während des Karnevals 1700 in Venedig gewesen.

Wann bist du vollkommen du selbst?

Wenn ich den venezianischen Dialekt spreche.

Gibt es einen Traum, den du dir unbedingt noch erfüllen möchtest?

Einen Oscar zu gewinnen…!

Welche Bedeutung hat das Bühnenbild auf der Seebühne für die Inszenierung?

Der zerbrochene Spiegel ist die Metapher für Violetta: eine Frau, die von einer Gesellschaft zerstört wurde, die gleichzeitig ihr Aussehen feierte.

Was inspiriert dich, wenn du neue Inszenierungen erarbeitest?

Die Herausforderung, eine persönliche Erzählweise zu finden, um die Musik und die Texte der Sänger:innen dem Publikum näherzubringen.

Wenn Dein Leben verfilmt wird – wer spielt die Hauptrolle?

Ich kann mir mein Leben nicht als Film vorstellen…! Ich bleibe lieber hinter der Kamera und beobachte das Leben anderer. Wäre es mein Leben, wäre es wie das einer Katze, die auf Bäume und auf die Dächer von Häusern klettert.

 

In diesem Fragebogen verraten Menschen der Bregenzer Festspiele Gedanken rund ums Leben – und sich selbst.

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