Sag mal, Anna Kelo …
Yoga am morgen, Shoppingverrückt und "let it flow"
Anna Kelo ist eine finnische Regisseurin und seit 1998 Erste Regieassistentin an der Finnischen Nationaloper. Nach ihrem Studium an der Russischen Akademie für Theaterkunst in Moskau machte sie sich mit ihrer Inszenierung von Richard Wagners Ring-Tetralogie international einen Namen. Mit ihrer Inszenierung von L'elisir d'amore gibt Anna Kelo ihr Regiedebüt bei den Bregenzer Festspielen.
Was ist deine Lieblingsbeschäftigung?
Am liebsten liege ich auf der Couch und schaue fern!
Wie sieht für dich ein perfekter Tag aus?
An einem perfekten Tag würde ich früh aufstehen, um meine Morgenroutine mit Meditation und Yoga zu beginnen, einen Tag am Strand verbringen, auf Flohmärkten stöbern, mir vielleicht eine schöne Massage gönnen und anschließend mit meinem Mann ein gemütliches Abendessen genießen.
Was ist einer deiner stärksten Charakterzüge?
Ich glaube, ich kann andere Menschen ziemlich gut einschätzen.
Wer ist dein:e Held:in der Kindheit?
Als Kind träumte ich davon, Schauspielerin zu werden, daher bewunderte ich alte Filmstars wie Audrey Hepburn, Vivien Leigh und Bette Davis.
Was ist deine größte Schwäche?
Meine größte Schwäche sind Klamotten. Ich glaube, ich bin ein bisschen shoppingverrückt...
Was inspiriert dich am meisten?
Menschen inspirieren mich generell. Die menschliche Natur und die enorme Vielfalt unterschiedlicher Eigenschaften und Persönlichkeiten faszinieren mich.
Welche Fehler entschuldigst du am ehesten?
Es gibt KEINEN Fehler, den ich nicht verzeihen würde. Ich finde, jeder verdient eine zweite Chance. Und eine dritte. Und eine vierte…
Wenn du in eine andere Zeit reisen könntest, wohin würde es gehen?
Ich hätte es geliebt, in den Siebzigern ein Hippie zu sein.
Welches Talent würdest du gerne haben?
Es wäre faszinierend, frei auf einem Instrument improvisieren zu können! Ich habe einen Freund, der sich einfach ans Klavier setzt und losspielt, und ich finde diese Art von Talent einfach unglaublich! Ich brauche Noten und zwei Wochen zum Üben…
Was ist dein Motto?
Mein Motto lautet: „Let it flow“. Ich selbst bin ein absoluter Kontrollfreak, daher ist das mein Ziel und eine ständige Übung.
Wann bist du vollkommen du selbst?
Ich glaube, ich bin immer ganz ich selbst. Wer sonst könnte ich schon sein? Wenn ich manchmal das Gefühl habe, etwas vortäuschen zu müssen, dann bin ich es auch ganz und gar selbst, der das vortäuscht.
Was schätzt du bei deinen Freund:innen am meisten?
Die Menschen, die mir am nächsten stehen, wissen, dass sie mich NICHT zu ernst nehmen dürfen, und das schätze ich mehr als alles andere. Das bedeutet, dass die Liebe zwischen uns bedingungslos ist – ganz gleich, was das Leben für uns bereithält.
Welchen Rat würdest du deinem jüngeren Ich geben?
„Sei nett!“ Diese Lektion habe ich erst später im Leben gelernt.
Welche Person (lebendig oder tot) würdest du gerne auf einen Kaffee treffen?
Wenn ich die Möglichkeit dazu hätte, würde ich mich sehr gerne mit dem bereits verstorbenen spirituellen Lehrer Thich Nhat Hanh auf eine Tasse Tee zusammensetzen.
Gibt es einen Traum, den du dir unbedingt noch erfüllen möchtest?
Ich habe eigentlich keine großen Träume für die Zukunft. Das Leben ist kontinuierlich spannend und überrascht mich immer wieder mit Dingen, von denen ich nicht einmal zu träumen gewagt hätte.
Inwieweit basiert L’elisir d’amore auf der Realität?
Unsere Version von Lélisir d'amore ist ein Highschool-Drama, daher fließt natürlich auch viel Realität mit ein...
Was für eine Bedeutung hat die Netflix-Serie „Sex Education“ für dich?
Der Titel der Serie „Sex Education“ hat eine doppelte Bedeutung. In der Serie bezieht er sich sowohl auf die Aufklärung durch die Mutter der Hauptfigur, eine Sexualtherapeutin, als auch auf die Figur selbst. Ich glaube aber, dass er auch dazu gedacht war, den Zuschauern mittleren Alters die Vielseitigkeit und Vielfalt der heutigen jüngeren Generation näherzubringen.
Was ist dein persönlicher Albtraum auf der Bühne?
Ich habe dreißig Jahre Erfahrung auf der Bühne, daher bekomme ich davon keine Albträume. Es ist doch nur Oper!
In diesem Fragebogen verraten Menschen der Bregenzer Festspiele Gedanken rund ums Leben – und sich selbst.
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