Kritikerstimmen YUM!
Stand: 24.08.2026
Medium: APA
Autor: Christa Dietrich
Titel: Bregenzer Festspiele – Musiktheater “YUM!” uraufgeführt
Datum: 21.8.2026
[…] Mit den Begriffen Desire, Devotion und der Assoziation zu Diktator bahnt Wen Liu den Weg zur Interpretation ihrer Musiktheatersatire über ein Wortspiel, das Setting gleicht zudem einem großen D und ihre Komposition kreist um die Note D. Der Monotonie entkommt sie durch die Verwendung von Vierteltönen und diversen Bogentechniken, die das exzellente Streichquartett Studio Dan derart gut ausreizt, dass man gerne mehr davon gehört hätte. […]
[…] Die Sopranistinnen Johanna Rusanen und Emmi Kauppinen, der Tenor Adrian Autard und der Bariton Henry Neill bestätigen eine hochkarätige Besetzung. Ohne zu affektiert zu wirken, lassen die Gesangslinien Rückschlüsse auf die Charaktere zu. […]
[…] Bunt und grotesk von Ausstatterin Lisa Horvath kostümiert, verkommen sie nicht zu Stereotypen, denn Regisseurin Carmen C. Kruse wählt für die Personenführung den schmalen Grat zwischen Überzeichnung und Märchenhaftem und bewegt sich darauf exakt, bis hin zur stummen Rolle von Nurettin Kalfa als Diener. […]
[…] Die über Technologien generierten Bilder, deren Gestaltung die bekannte Medienkünstlerin Flavia Mazzanti unterstützt hat, wirken genauso nicht überbordend wie die Verwendung von Elektronik und Jingles. […]
[...] doch auch der Applaus des Publikums bekundet, dass das knapp 60-minütige experimentelle Musiktheaterprojekt "YUM!" Potenzial hat. [...]
Medium: Kronen Zeitung
Autor: Anna Mika
Titel: Gruselig-musikalischer Blick in die Zukunft
Datum: 22.8.2026
[…] Doch das Streichquartett spielt unermüdlich, wie damals auf der untergehenden Titanic. Dieses, das in Wien gegründete Quartett Studio Dan mit So6a Goldinger-Koch und Alyona Maltseva, Violinen, Martina Bischof, Viola, und Maiken Beer, Violoncello, sieht seine Mission weit über die Musik hinaus und passt so zur Aussage dieses Werks der unter anderem in Wien ausgebildeten Künstlerin Wen Liu. […]
Medium: kulturzeitschrift.at
Autor: Silvia Thurner
Titel: Eine Tafelrunde am Abgrund
Datum: 21.8.2026
[…] Theatralisch und im Hinblick auf die Inszenierung mit seiner Camp- und Pop-Art-Ästhetik bot das etwa einstündige Werk gute Unterhaltung mit Tiefgang. […]
[…] Die Regisseurin Carmen C. Kruse brachte das Werk aussagekräftig auf die Bühne. Extravagante Outfits (Lisa Horvath) der Protagonist:innen rundeten die Bühnenshow ab. […]
[…] Besonders die beiden Hauptrollen, die Popsängerin Nyra (Emmi Kauppinen) und der InIuencers Luka (Adrian Autard), unterstrichen den satirischen Hintergrund und Unterhaltungswert des Stückes. […]
[…] Ständig präsent setzte sich der InIuencer Luka in Szene. Mit seinem Outfit und seiner hellen Tenorstimme spielte er seine Rolle voll aus. Die Gesangspartie gestaltete er, ausgehend von einer maßlos übersteigerten Selbstinszenierung, bis hin zu penetrant sich wiederholenden Motivsequenzen. Die Sopranistin Emmi Kauppinen changierte zwischen glasklarem Sopran und Popgesang. Die Art, wie sie zu Beginn die Stimmverläufe brach, lenkte die Aufmerksamkeit auf sich und verlieh der Szene eine amüsante Note. Im Laufe des Geschehens änderte sich ihr Timbre, sodass ernsthaftere Inhalte immer mehr zum Tragen kamen. Eine bedeutende Rolle als Mr. Kuckl nahm der exzellente Bariton Henry Neill ein. Sein ausdrucksstark gestalteter Part brachte die aufwiegelnden Redensarten beeindruckend zur Geltung. […]
[…] Im Mittelpunkt stand Johanna Rusanen als Madame D. Bei ihr liefen die Fäden zusammen, und sie führte ihren dramatischen Sopran imposant und deutete ihre Rolle vielschichtig aus. […]
[…] Wen Liu hat die melodischen Themen für die Protagonist:innen passend aufeinander abgestimmt. Luka, Nyra, Mr. Kuckl und Madame D erhielten individuelle, jeweils gut miteinander kombinierbare Themen. Dadurch war es möglich, alle Partygäste gleichzeitig und ausschließlich auf sich selbst konzentriert in einem dichten Klanggeschehen miteinander und gegeneinander agieren zu lassen. […]
[…] Wen Liu hat auf der Bühne ein Streichquartett platziert, das eine wesentliche musikalische Funktion innehatte. Die Streichinstrumente der Musikerinnen von „Studio Dan“ aus Wien (Sophia Goidinger-Koch, Alyona Maltseva, Violine; Martina Bischof, Viola; Maiken Beer, Violoncello) waren verstärkt und interagierten sehr exakt mit Zuspielungen. […]
[…] Als visuell und theatralisch überzeichnetes Spektakel überzeugte das Werk mit starken Bildern, hervorragenden Sänger:innen und einer pointierten Grundidee. […]