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Kritikerstimmen L'elisir d'amore

Stand: 19.08.2026

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© Bregenzer Festspiele / Anja Koehler

Medium: apa.at
Autorin: Christa Dietrich
Titel: Bregenzer Festspiele: Ein „Liebestrank“ als Opera Spritz
Datum: 18.08.2026 

[…] Dass das Publikum erpicht auf die mit jungen Sängerinnen und Sängern realisierten Festspielprojekte im Bregenzer Kornmarkttheater ist, hat sich auch am Montagabend gezeigt. […]

[…] In Anlehnung an einen italienischen Aperitif lässt der Applaus für den "Liebestrank" den Schluss zu, dass dieser Opera Spritz mit Drogen und Trillern dem Premierenpublikum gemundet hat. […]

[…] Regisseurin Anna Kelo verlegt die aufkeimenden Gefühle in ein Hochschulambiente und schafft es dabei, den stark von der Commedia dell'Arte inspirierten und daher etwas grobschlächtig gezeichneten Charakteren im Libretto von Felice Romani mehr Vielschichtigkeit zu verleihen. […]

[…] Der Sprung von der bildungsfernen Dorfgemeinschaft, von der sich die von Nemorino begehrte Adina nicht nur wegen ihres Reichtums abhebt, sondern weil sie des Lesens mächtig ist, zu Studenten, die sich in den Unterrichtspausen ihren Herzensangelegenheiten widmen, mag ein großer sein, aber er funktioniert. […]

[…] Emanuel Tomljenović hat es als Nemorino mit exzellentem Wechsel zwischen Moll und Dur in der Romanze "Una furtiva lagrima" sozusagen wahrlich verdient zu Geld und Liebe zu kommen. Yiorgo Ioannou gefällt als Belcore mit seiner stimmlichen Eleganz, Davide Piva ersetzt den absurden Klamauk, der der Partie des Dulcamara oft anhaftet, mit kraftvoller Komik und raschem Parlando und Tanja Jannelli lässt als wendig tönende Giannetta aufhorchen. […]

Medium: neue.at
Autorin: Katharina von Glasenapp
Titel: Opernklassiker glänzt als Highschool-Komödie
Datum: 18.08.2026

[…] Mit Basketballkorb, Graf ti und Handys verlegt das Opernstudio der Bregenzer Festspiele „L'elisir d'amore“ in eine moderne Jugendwelt. Das begeisterte Publikum feierte die frische Produktion. […]

[…] Was für eine tolle, stimmgewaltige, spielfreudige Truppe hat sich da auf der kleinen Bühne des Theaters am Kornmarkt eingefunden und die Geschichte des treuherzigen Bauers Nemorino und seiner koketten Angebeteten Adina in ein Schulinternat verlegt! […]

[…] Beim Opernstudio der Bregenzer Festspiele haben Intendantin Lilli Paasikivi und ihr künstlerischer Betriebsdirektor Jaakko Kortekangas wieder ein Ensemble von jungen Sängerinnen und Sängern gebildet, die sich mit Herzblut einbringen und die Donizettis „L'elisir d'amore“ lustvoll übersetzen. […]

[…] In allen Haupt- und Nebenrollen sind hier junge Sängerinnen und Sänger vereint, die ihre Figuren mit Hingabe verkörpern und ihre Chancen auf große Partien wahrnehmen. Die armenische Sopranistin Iana Aivazian kommt aus dem Opernstudio der Bayerischen Staatsoper und besticht als Adina mit ihrer leuchtenden Stimme, ihrem Temperament und bis zuletzt in ihren weit gespannten Bögen. […]

[…] Der kroatische Tenor Emanuel Tomljenović wirkt mit seiner weichen lyrischen Stimme, dem feinen Piano und der schwärmerischen Innigkeit so sympathisch wie seine Figur, eine Idealbesetzung für den Nemorino. […]

[…] Aus Zypern stammend, in London und Italien ausgebildet ist Bariton Yiorgo Ioannou der stimmlich wie darstellerisch höchst bewegliche und überzeugende Belcore, ein Spieltalent ebenso wie der italienische Bassbariton Davide Piva, der die Gruppe als Dulcamara aufmischt. Tanja Jannelli hat als „Nullbock“-Mädl im zerrissenen Out8t mit Schnürstiefeln ebenso Spaß wie im eleganten Minikleid und lässt mit ihrem feinen Sopran aufhorchen. Dazu hat Jakob Peböck eine höchst agile und vielseitige Gruppe von Individuen für den Chor zusammengestellt. […]

[…] Die farbenfrohe und frisch aufgeputzte Produktion wurde vom Publikum mit großer Begeisterung aufgenommen und bejubelt. […]

 

Medium: vn.at
Autorin: Andreas Marte
Titel: Großer Belcanto ohne Welpenschutz
Datum: 18.08.2026

[…] Hier stand ein Ensemble auf der Bühne, das Donizettis Belcanto mit einer Selbstverständlichkeit bediente, die auch an größeren Häusern keineswegs alltäglich ist. […] 

[…] Dass Paasikivi selbst Mezzosopranistin ist, hört man dem Ergebnis an: Hier wurde an der Linie gearbeitet, an der Phrasierung, am Atem der Musik, nicht an der bloßen Wirkung. […]

[…]  Iana Aivazian gestaltet eine Adina, deren Koketterie nie ins Kalkulierte kippt; ihre Koloraturen sitzen leicht und gelöst, im zweiten Akt findet sie den Umschlag ins Ernste ohne jede Larmoyanz. Emanuel Tomljenović ist ein Nemorino von anrührender Unbeholfenheit, der seinen Tenor klug dosiert und „Una furtiva lagrima“ nicht zum Schaustück ausstellt, vielmehr zur leisen Mitte des Abends macht. Yiorgo Ioannou versieht den Belcore mit blankem Bariton und reichlich Selbstbewusstsein, Davide Piva führt seinen Dulcamara mit Parlando-Witz, Schlitzohrigkeit und großer Bühnenpräsenz durch die Marktschreierei. Tanja Jannelli setzt als Giannetta mit hellem, beweglichem Sopran Akzente, die weit über die Funktion einer Stichwortgeberin hinausreichen. […]

[…] Am Pult sorgt Danila Grassi für einen Zugriff, der dem Werk hörbar guttut: schlank, federnd, in den Ensembles präzise gefügt und stets mit dem Ohr bei den Stimmen. Das Finale des ersten Akts gerät zum Kabinettstück an Koordination, ohne dass Grassi den Bogen überspannt. Das Symphonieorchester Vorarlberg zeigt sich bestens aufgelegt, spielt mit hörbarem Vergnügen und findet für die Rezitativbegleitungen einen angenehm durchsichtigen Ton. […]

[…] Anna Kelo verlegt die Handlung in ein Highschool-Ambiente, und dieser Zugriff geht erstaunlich selbstverständlich auf. Die Hackordnung einer Schule bildet präzise ab, was Donizettis Dorfgemeinschaft ausmacht: Gerede, Gruppenzwang, rasch wechselnde Loyalitäten und die Sehnsucht des Außenseiters nach der Unerreichbaren. […]  

[…] Tinde Lappalainen hat dazu eine Bühne gebaut, die vom Schulflur bis zu Adinas Wohnzimmer im zweiten Akt die Ortswechsel mühelos trägt, und farbenfrohe Kostüme entworfen. […]

[…] Der reduzierte Chor, von Jakob Peböck sorgfältig koordiniert und mit vielen Vorarlberger Stimmen besetzt, macht seine Sache ausgezeichnet und agiert mit einer Spiellust, die dem Abend Tempo und Frische gibt. […]

[…] Am Ende stand ein Publikum, das gar nicht mehr aufhören wollte zu applaudieren. Zu Recht. Dieses Opernstudio ist keine Nachwuchsveranstaltung, die man nachsichtig zur Kenntnis nimmt, es zählt zu den klügsten Investitionen, welche die Bregenzer Festspiele in den vergangenen Jahren getätigt haben. Wer wissen wollte, wie Belcanto in ein paar Jahren klingen könnte, bekam an diesem Abend eine verheißungsvolle Antwort. […]

Medium: Schwäbische Zeitung
Autorin: Werner Müller-Grimmel
Titel: Alles schön queer hier
Datum: 19.08.2026

[…] Ein herausragendes junges Gesangsensemble erfüllt Gaetano Donizettis turbulenten „Liebestrank“ bei den Bregenzer Festspielen im Theater am Kornmarkt mit quietschfidelem Leben. […]

[…] Nach der ausverkauften Premiere im Theater am Kornmarkt gab es begeisterten Applaus für alle Mitwirkenden. […]

[…] Die junge italienische Dirigentin Danila Grassi lässt am Pult des Symphonieorchesters Vorarlberg und mit dem von Jakob Peböck exzellent vorbereiteten Chor junger Stimmen Donizettis unwiderstehliche Musik als eigentliches Elixier des Stücks quirlig und kantilenenselig aufblühen. […]

[…] Iana Alvazian beeindruckt mit technisch brillanten Koloraturen. […]

[…] Yiorgo Ioannou trifft als testorsteronstrotzender Belcore mit voluminösem Bariton zielsicher den Brustton des von sich selbst überzeugten Mackers. […]

[…] Und Tanja Jannelli als Gianetta ist eine Entdeckung, der man bald an größeren Häusern begegnen dürfte. […]


Medium: kulturzeitschrift.at
Autorin: Michael Löbl
Titel: Der dritte Streich
Datum: 19.08.2026

[…] Nach „La Traviata“ am See und „Die Aus-üge des Herrn Brouček“ im Haus sorgte am Montagabend „Der Liebestrank“ im Theater am Kornmarkt schon wieder für Standing Ovations. […] 

[…] Aber die Idee mit der High School ging auf und tat dem Stück sogar gut. […]

[…] Das ist durchaus stimmig, vor allem weil der kleine Chor den Teenagern Leben einhaucht und so die Szene glaubhaft erscheinen lässt. […] Die elf Sängerinnen und Sänger unter der Leitung von Jakob Peböck sind zum größten Teil ehemalige Mitglieder des Jugendchores „Voices“ und einer der Hauptgründe, warum dieses Konzept funktioniert. […]

[…] Der Bariton Yiorgo Ioannou aus Zypern hat diese besondere Klangfarbe. Dazu sieht er blendend aus, spielt den Belcore sehr authentisch und singt großartig. Er wäre mit Sicherheit bereits jetzt ein perfekter Leporello oder Don Giovanni. Nicht minder überzeugend ist der Auftritt des italienischen Baritons Davide Piva als Dulcamara. Auch er überzeugt durch seine voluminöse, wohlklingende Stimme, aber vor allem durch sein komödiantisches Talent. […]

[…] Ein kleines Meisterwerk ist die Personenregie, die jeden Charakter deutlich definiert und dennoch alles ganz spielerisch aussehen lässt. […]

[…] Im großen Finale zeigt sich noch einmal, wie gut dieses Ensemble stimmlich, musikalisch und mit seiner Spielfreude harmoniert. Dazu gehören nicht nur die vier Protagonist:innen, sondern auch Tanja Jannelli in der kleineren Rolle der Giannetta. […]

[…] Auf die drei weiteren Vorstellungen hinzuweisen, ist vergebliche Liebesmüh, sie sind bereits seit langer Zeit restlos ausverkauft. […]

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