Bregenzer Festspiele
Sunset See©Anjakoehler 250031
Aktuelles Schnell finden →

Kritikerstimmen Die Ausflüge des Herrn Brouček

Stand: 26.07.2026

20260710 BREGENZER FESTSPIELE DIE AUSFLUEGE DES HERRN BROUCEK 021
© Bregenzer Festspiele / Daniel Ammann

Medium: APA
Autor: Martin Fichter-Wöß
Titel: Bregenzer Festspiele: Herr Brouček sucht das Glück - und findet es
Datum: 24.07.2026

[…] Der US-Regisseur lieferte am Donnerstag bei den laufenden Bregenzer Festspielen mit der Hausoper "Die Ausflüge des Herrn Brouček" so etwas wie sein Gesellenstück für das Festival am Bodensee ab. Und das gelang meisterlich. Leoš Janáčeks selten gespielte Satire funktioniert hier als scharfer und nie platter Kommentar auf unsere Zeit. […]

[…] Peter Hoare gibt als Brite den perfekten Klischee-Tschechen mit Schlapfen und Strickweste. […]

[…] Insofern stellt "Die Ausflüge des Herrn Brouček" auch ohne große Aktualisierungen vonseiten der Regie zumindest im Mond-Teil eine heute immer noch erschreckend modern wirkende Gesellschaftssatire dar. […]

[…] Yuval Sharon hält dabei die Balance aus Ironie und Abstraktion, gestaltet die Bühnenelemente als grafische Umsetzung, die teils an der tschechischen Animationstradition geschult scheint. […]

[…] Robert Jindra im Graben lässt unterdessen die Wiener Symphoniker mal wie Richard Strauss klingen, vornehmlich aber wie Janáček. So trifft hier Walzerseligkeit auf Pathos und moderate Dissonanzen. […]


Medium: nmz
Autor: Wolf-Dieter Peter
Titel: Wir sind alle Dada-Gaga – Im Bregenzer Festspielhaus blüht Leos Janáčeks Opern Orchidee „Die Abenteuer des Herrn Brouček“
Datum: 24.07.2026

[…] Die Stoff- und Werkgeschichte ist schon ein eigenes, eigenwilliges und turbulentes Opus. Für die Aufführungspraxis muss das komprimiert heißen: in die Traum-, Trick- und Zauberkiste allen Theaters greifen – und dazu diesen musikalischen Janáček-Tonfall treffen. Genau dafür gibt es Festspiele und die zweite Neuproduktion diesmal im Bregenzer Festspielhaus erfüllte dies – zu Recht umjubelt. […]

[…] Schon die ersten Takte von Dirigent Robert Jindra und den hellwach spielfreudig klingenden Wiener Symphonikern bestätigten dies: eine Ahnung von klanglichem Gekicher und Gemecker – und dann der erste dieser wiederkehrenden, von Blechfanfaren gekrönten Aufschwünge – und dann gleich auch wieder die Brechung ins Kleine. Dazu im Verlauf mal der freche Umbruch im Tonfall, eine ganz der Situation angepasste Sprechmelodie – und dann die große, süße, herzerwärmende Kantilene… all das gelang glänzend – und ließ bis zum Schluss den Wunsch durch Herz und Hirn geistern „Bitte mehr Janáček in den Spielplänen!“ […]

[…] Regisseur Yuval Sharon, Ausstatter Jon Bausur, Video-Zauberin Hannah Wasileski, Choreograph Crispin Lord und „Licht-Spieler“ Yi Zhao haben mal über die in der tschechischen Theaterkultur gepflegte „Laterna magica“ hinaus einfach in die Illusions- und Zauberkiste gegriffen. […]

[…] Dass dieser auch Janáček-biografische Historien-Teil nicht zu lange geriet, war dem Prager Philharmonischen Chor unter Lukáš Vasilek zu danken: idiomatisch genauer und in überwältigender Begeisterungsklangfülle kann die damalige tschechische Unabhängigkeit nicht besungen werden. […]

[…] Peter Hoare war in Strickjacke und leicht ausgebeulter Alltagshose ein perfekter Brouček; Tatev Bajoran ließ durch alle Welten Männer-betörenden Sopran-Zauber leuchten – und dann kann der Besetzungzettel nicht wiedergegeben werden: denn Mihails Culpajevs, Károly Szemerédy oder Jan Štáva wie nahezu alle übrigen glänzenden Solisten waren in Mehrfachrollen kaum nachzuerzählen – tutti bravi! Aller Jubel verdient! […]


Medium: Merkur.de
Autor: Markus Thiel
Titel: Bruchlandung in der Vergangenheit: Bregenz zeigt „Die Abenteuer des Herrn Brouček“
Datum: 24.07.2026

[…]Regisseur Yuval Sharon und Ausstatter Jon Bausor sind da sehr fantasievoll unterwegs. Und dies ohne alles zu überreizen (eine Gefahr bei diesem Stück) oder in den Sparwitz zu treiben. […]

[…] Im zweiten Teil klettert Brouček in den Keller, die Unterbühne fährt nach oben, und im Tiefgeschoss erheben sich die Geister der Vergangenheit. Es ist, als ob ein Historiengemälde des 15. Jahrhunderts plötzlich lebendig wird. […]

[…] Auch sonst spendiert Bregenz Exzellentes mit Tatev Baroyan als Geliebte des Titelhelden, mit Mihails Čulpajevs, der dank seines stechenden Tenors das Getändel durchkreuzt. Oder mit Károly Szemerédy, der so baritonwürdig klingt wie er auftritt. […]

[…] Jindra bringt einen gesunden Zug in die Aufführung, ohne alles zu überwürzen. Auch im Graben wird also fein dosiert, keiner lässt sich hier zur Hyperaktion verführen. […]


Medium: O-Ton
Autor: Jutta Schwegler
Titel: Spießerchen im Weltall
Datum: 24.07.2026

[…] die herrliche Musik Janáčeks. Sie ist sehr nah an den Stimmungen der Figuren, lässt auf dem Mond viel Sternenstaub regnen und ist überhaupt sehr sprechend, in Melodiebögen lyrisch, sehr emotional und in der Schlachtenszene im zweiten Teil umwerfend pathetisch. Zerrissene Klänge, schneidendes Blech. […]

[…] Im zweiten Teil erscheint vorwiegend durch die sorgsam auf alt getrimmten Kostüme der Akteure eine andere Welt, folkloristisch, bunt, prächtig. […]

[…] Hoare singt den Brouček mit vollem Einsatz aller seiner komödiantischen und sängerischen Fähigkeiten einfach fantastisch. Sein Charaktertenor ist der Rolle in jeder Hinsicht gewachsen, er kann singen, krähen, winseln und schreien, alles gepaart mit einer offensichtlich großen Spielfreude, eine Idealbesetzung! […]

[…] Der exzellente Prager Philharmonische Chor unter der Leitung von Lukáš Vasilek beweist gemeinsam mit den Solisten die ganz besondere slawische Art zu singen: sehr obertonreich und mit gehöriger Kraft in der Stimme, sehr ernsthaft auch. […]

[…] Robert Jindra, Musikdirektor am Nationaltheater Prag, dirigiert die Wiener Symphoniker gut durchhörbar, aber auch auftrumpfend und feurig, man merkt, dass er für das Stück brennt. Akiko Metzler an der Celesta und Anahita Pasdar an der Orgel verstärken die vielschichtige Musik. […]


Medium: Mainpost
Autor: Klaus-Peter Mayr
Titel: Surrealer Opernspaß: Bier, Braten und ein Flug zum Mond bei den Bregenzer Festspielen
Datum: 24.07.2026

 […] Das Publikum im ausverkauften Festspielhaus amüsiert sich prächtig und jubelt am Ende zurecht allen zu: den Sängerinnen und Sängern auf der Bühne, allen voran Peter Hoare in der Titelrolle, den Wiener Symphonikern mit Dirigent Robert Jindra, und Regisseur Yuval Sharon sowie Bühnen- und Kostümbildner Jon Bausor für ein fantasievolles Setting dieses verrückten Musiktheaters. […]

 […] Eine gute Wahl ist Regisseur Yuval Sharon. Er kann satirische Geschichten mit skurrilen Figuren, groteskem Humor und scharfer Ironie geistreich inszenieren. Gemeinsam mit Bühnen- und Kostümbildner Jon Bausor hat er eine Szenerie ausgetüftelt, die sich am Dadaismus und absurden Theater orientiert. Ihre Bilder – mit Mondmenschen, die umhüllt sind von säulenartigen Quadern, und der düsteren Ruinenlandschaft des mittelalterlichen Prag – sind großer Bühnenzauber. Traum und Wirklichkeit, Reales und Surreales fließen fantastisch-vergnüglich ineinander. […]


Medium: St. Galler Tagblatt
Autor: Martin Preisser
Titel: Eine Satire auf unsere Bequemlichkeit
Datum: 25.07.2026

[…] Dieses kleine Holzzimmer ist der Dreh- und Angelpunkt des Bühnenbildes, das mit zahlreichen verblüffenden Effekten aufwartet (Bühne: John Bausor) […]

[…] Wenn so eine lange gleichbleibende Choreografie Spaß macht und amüsiert, ist man als Zuschauer nur in einer der vielen Szenen dieser wunderbar spielerischen, fantasievollen und leichtflüssigen Inszenierung von Juval Sharon. […]

[…] Diese Oper ist wirklich bis ins Detail durchdacht, geistvoll und mit Esprit umgesetzt. […]

[…] Am Pult der Wiener Symphoniker steht mit dem Dirigenten Robert Jindra ein Musiker, der die faszinierende Klangsprache Leoš Janáček in allen Facetten, transparent und farbig aufrollen kann. Die Dichte und Vielfalt dieser Musik ist überwältigend, sie folgt stets dem Fluss der tschechischen Sprache, mit einer ganz speziellen Rhythmik. […]

[…] Souverän wie ein Muttersprachler taucht der englische Tenor Peter Hoare als Herr Brouček in diese enorm schwierig zu singende Partitur ein. Seine Präsenz als stets jammernder, sich nirgends einbringen wollender Spiessbürger ist an diesem Abend eine ganz herausragende schauspielerische und sängerische Leistung. […]

[…] Unglaublich sorgfältig gemacht sind die historischen Gewänder in einer Szenerie, in der Brouček in seine eigene Vergangenheit eintaucht. […]

[…] Dem Haupthelden stehen zehn weitere Sängerinnen und Sänger zur Seite, die in Bühnenpräsenz und spürbarem Enthusiasmus für diese wenig bekannte Janáček-Oper dem Hauptakteur Peter Hoare in nichts nachstehen. […]

T +43 5574 407-228
presse@bregenzerfestspiele.com

Bregenzer Festspiele