Pressekonferenz vorläufige Bilanz 2026
273.000 Besucher:innen bei den Bregenzer Festspielen 2026:
Jubiläumssaison könnte Besucherrekord bringen
Bregenz, 21.8.26. Mit voraussichtlich rund 273.000 Gesamtbesucher:innen geht am Sonntagabend die 80. Saison der Bregenzer Festspiele zu Ende. Rund 80 Veranstaltungen standen in fünf Festivalwochen auf dem Programm. La traviata wird in 28 ausverkauften Vorstellungen 193.468 Menschen begeistert haben; auch zahlreiche weitere Produktionen waren ausverkauft. Ob die Jubiläumssaison einen neuen Besucherrekord bringt, hängt nun vom Wetter ab: Können alle drei verbleibenden Vorstellungen von La traviata auf der Seebühne stattfinden, könnten die 80. Bregenzer Festspiele tatsächlich zu den bestbesuchten der Festivalgeschichte werden.
Einen besonderen Höhepunkt im vielfältigen Jubiläumsprogramm markierte der 1. August: Rund 15.000 Gäste machten ihn zum besucherstärksten Tag in der 80-jährigen Festspielgeschichte. Allein beim Singalong am See sangen 6.548 Menschen gemeinsam auf der Seetribüne. „Die Energie und Begeisterung beim Singalong am See werde ich nie vergessen. Ob große Bühnenereignisse, intime Formate, bekannte Meisterwerke oder experimentelles Musiktheater – unser Jubiläumssommer hat gezeigt, wie sehr Vielfalt zum Wesen der Bregenzer Festspiele gehört. Es freut mich sehr zu sehen, mit welcher Offenheit und Neugier unser Publikum diesen Weg mit uns geht“, sagt Intendantin Lilli Paasikivi.
Großer Publikumserfolg für La traviata
Giuseppe Verdis La traviata war in diesem Sommer erstmals auf der Bregenzer Seebühne zu erleben. Damiano Michieletto inszenierte die Oper in kraftvollen Bildern vor Paolo Fantins monumentaler, in zahllose Splitter zerbrochener Spiegelwand. Das Publikumsinteresse war enorm: Sämtliche Vorstellungen waren bereits vor Ostern ausverkauft. Sollte bis Sonntagabend keine weitere Wetterabsage erfolgen, werden 193.468 Menschen das Spiel auf dem See erlebt haben (inklusive Generalprobe und Young People’s Night; 1 Wetterabsage), was einer Auslastung von 100 Prozent entspricht. Rund 44.000 Personen besuchten zudem Seebühnenführungen und Einführungsvorträge.
Bis zum letzten Festspieltag am Sonntag stehen noch drei Vorstellungen von La traviata, zwei Aufführungen von L’elisir d’amore im Theater am Kornmarkt sowie die Folgevorstellung von YUM! auf der Werkstattbühne auf dem Programm. Am Sonntag, 23. August, lädt das Symphonieorchester Vorarlberg zur Matinee ins Festspielhaus.
Vorverkauf für La traviata 2027 startet am 23. August 2026
Der Vorverkauf für Giuseppe Verdis La traviata auf der Seebühne 2027 startet bereits am 23. August 2026 um 21.00 Uhr, zeitgleich mit Beginn der letzten Vorstellung der diesjährigen Saison. Die Wiederaufnahmepremiere findet am 22. Juli 2027 statt.
Bejubelte Entdeckung im Festspielhaus
Leoš Janáčeks selten gespielte Oper Die Ausflüge des Herrn Brouček erwies sich als Entdeckung der Festspielsaison: Yuval Sharons fantasievolle Inszenierung begeisterte Publikum und Feuilletons gleichermaßen. Große Anerkennung fanden Robert Jindras musikalische Leitung, Peter Hoare in der Titelrolle, das Ensemble, der Prager Philharmonische Chor und die Wiener Symphoniker. Die Oper feierte am 23. Juli ihre umjubelte Premiere und erreichte in drei Aufführungen rund 4.495 Besucher:innen und eine Auslastung von 98 Prozent.
Beklemmende Zukunftsvisionen und immersive Welten auf der Werkstattbühne
Am 31. Juli und 1. August entwarfen Daníel Bjarnason und Royce Vavrek mit The Passion of the Common Man eine eindringliche Zukunftsvision über Menschlichkeit und Empathie in einer technologisierten Welt. Netia Jones schuf mit Anne Sofie von Otter und einem herausragenden Ensemble einen Musiktheaterabend, der gleichermaßen berührte und erschütterte. In Bach Nirvana verbanden die Pianistin Angela Hewitt und Licht- und Videokünstler Mikki Kunttu am 7. und 8. August Bachs Klaviermusik mit abstrakten Lichtwelten zu einem immersiven, kontemplativen Gesamterlebnis. Den Abschluss bildet am 20. und 22. August YUM! der chinesischen Komponistin Wen Liu, ein Musiktheaterabend zwischen Oper, Performance Art und Extended Reality. Insgesamt erreicht das Programm auf der Werkstattbühne mit 2.808 Besucher:innen eine Auslastung von 98 Prozent.
Highschool-Liebe im Opernstudio
Mit Gaetano Donizettis L’elisir d’amore zog ab 17. August eine farbenfrohe Highschool-Welt ins Theater am Kornmarkt ein. Die jungen Sänger:innen des Opernstudios erzählten unter der Regie von Anna Kelo die berühmte Liebeskomödie als moderne Coming-of-Age-Geschichte über erste Liebe, Selbstfindung und die Unsicherheiten des Erwachsenwerdens. Zu den vier Vorstellungen werden insgesamt 1.984 Besucher:innen erwartet, die Auslastung liegt bei 100 Prozent.
Schauspiel zwischen Molière und Gegenwart
Mit Molières Der eingebildete Kranke gastierte das Burgtheater in einer Inszenierung von Direktor Stefan Bachmann am Bodensee. Der Komödienklassiker überzeugte mit scharfem Witz, großer Spielfreude und erstaunlicher Aktualität. Im Theater KOSMOS folgte mit Natalie Baudys under the influence das Gewinnerstück der Österreichischen Theaterallianz als Uraufführung – ein zeitgenössisches Stück über Rausch, Abhängigkeit und Selbstermächtigung. Insgesamt zählte die Schauspielreihe 1.934 Besucher:innen bei einer Auslastung von 98 Prozent.
Große Klangwelten im Festspielhaus
Die drei Orchesterkonzerte der Wiener Symphoniker unter Dalia Stasevska, Eva Ollikainen und Petr Popelka spannten einen musikalischen Bogen von Kaija Saariaho, Lili Boulanger und Antonín Dvořák über Jean Sibelius und Igor Strawinsky bis zu Maurice Ravel und Modest Mussorgski sowie zur österreichischen Erstaufführung von Bernd Richard Deutschs Intensity. Auch das Chorkonzert Im Herzen des Barock mit dem Chor des Bayerischen Rundfunks war ausverkauft. Den Abschluss bildet am 23. August die Matinee des Symphonieorchesters Vorarlberg. Insgesamt werden 5.778 Besucher:innen erwartet, was einer Auslastung von 93 Prozent entspricht.
Auch die Kammerkonzerte im Seestudio und im Kunsthaus Bregenz stießen auf große Nachfrage: Von Liederabenden und persönlichen Programmen der Wiener Symphoniker über Barock im Jazzgewand bis zu Stravinskys Geschichte vom Soldaten mit Schauspieler Moritz von Treuenfels, dem Publikum noch gut als Samiel in Der Freischütz bekannt, reichte das Programm. Insgesamt erreichten die Konzerte mit 1.298 Besucher:innen eine Auslastung von 96 Prozent.
Neugier, Kreativität und drei Schafe auf dem Weg in die Freiheit
Auf dem Programm der Jungen Festspiele standen neben der Young People’s Night das MINT-Projekt, die Opern-Workshops und das Fest des Kindes. Im Juni sorgte MähTropolis mit drei Schafen auf der Suche nach Freiheit für einen vergnügten Saisonauftakt. Insgesamt nahmen 1.678 Kinder und Jugendliche am Angebot der Jungen Festspiele teil (ohne Young People’s Night).
Ausblick 2027: Verdi am See, Schoeck im Festspielhaus
Othmar Schoecks Penthesilea eröffnet am 21. Juli als Oper im Festspielhaus den Festspielsommer 2027. Die selten gespielte Oper des Schweizer Komponisten nach Heinrich von Kleists gleichnamigem Trauerspiel erzählt von der Amazonenkönigin Penthesilea und ihrer gleichermaßen leidenschaftlichen wie verhängnisvollen Liebe zu Achill.
Auf der Seebühne kehrt Giuseppe Verdis La traviata zurück, Wiederaufnahmepremiere ist am 22. Juli.
(bk)
Die Bregenzer Festspiele 2027 finden vom 21. Juli bis 22. August statt. Tickets sind erhältlich unter bregenzerfestspiele.com und Telefon +43 5574 4076. Der Vorverkauf für das Spiel auf dem See 2027 startet am 23. August 2026 um 21.00 Uhr, zeitgleich mit Beginn der letzten Vorstellung der diesjährigen Saison.