Wer rastet, der rostet: Gymnastik für einen Clown

Bregenz, 2.10.20. Wer einen Sommer lang durchschläft, der muss sich irgendwann bewegen. Um für die Festspielspiel-Saison 2021 fit zu bleiben, haben Festspieltechniker den Rigoletto-Clown nun einem ausgiebigen Gymnastikprogramm unterzogen. Hände und Finger sowie der Kragen der Bühnen-Skulptur wurden deswegen bewegt, ebenso der 35 Tonnen schwere Kopf samt seiner Augen.

Die vergangene Festspielsaison wurde bekanntermaßen Corona-bedingt abgesagt, weshalb Rigoletto im kommenden Sommer gezeigt werden wird und das Bühnenbild ein weiteres Jahr überwintern muss. Mit dem außergewöhnlichen Gymnastikprogramm soll einerseits geprüft werden, ob die empfindliche Bühnentechnik einwandfrei funktioniert und andererseits eine längere Standzeit vermieden werden. Denn wer rastet, der rostet. Dieser Spruch gilt im Besonderen für komplexe Konstruktionen und durch Hydraulik bewegte Mechanik.

Mit dem Resümee ist man „sehr zufrieden“, sagt der verantwortliche Steuerungstechniker Stefan Frischke. Im Großen und Ganzen habe alles problemlos funktioniert. Bei der Überprüfung ist vor allem auf neuralgische Stellen wie Schweißnähte oder Verschraubungen geachtet worden, da mechanische Komponenten im Unterschied zur Steuerungstechnik nicht elektronisch erfasst werden können und somit genauestens überprüft werden müssen.

„Die Inbetriebnahme war wichtig und sinnvoll“, berichtet Stefan Frischke. Denn um sicher gehen zu können, dass auch nächstes Jahr noch alles passt, einwandfrei und funktionstüchtig ist, sind solche Überprüfungen notwendig. „Das sind Erfahrungswerte mit vergangenen Bühnenbildern.“ Die Steuerungstechnik kann dabei erkennen, ob es den Clown in seinen Bewegungsabläufen „vielleicht irgendwo nur zwickt und deshalb nachjustiert werden muss, oder ob aufgrund einer Gicht schon eine komplette Physiotherapie vollzogen werden muss“, so der Steuerungstechniker mit einem zwinkernden Auge.

Clown gerüstet für 2021
Die Inbetriebnahme ist vor ein paar Tagen erfolgreich zum Abschluss gekommen und bis auf wenige Nachjustierungen hat alles „sehr gut funktioniert“. Sichtlich erfreut zeigt sich Stefan Frischke über das Endergebnis und die Aussicht, nächstes Jahr endlich wieder spielen zu können. Bevor es soweit ist und im Frühjahr 2021 alles ein weiteres Mal auf seine Funktionstüchtigkeit überprüft wird, werden im Oktober unter anderem erstmal der Clownskopf sturmgesichert und alle sensiblen Bauteile am Bühnenbild, welche eventuell wetterempfindlich sind, abgebaut oder winterfest eingepackt.

(tp)

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Inbetriebnahme Seebühne