Sommerzeit ist Festspielzeit

Ein Meer aus Schmetterlingen

 

Bregenz, 4.8.23. Der Festspielsommer ist in vollem Gange, und das fällt beim Spaziergang durch die Innenstadt Bregenz direkt ins Auge. Bunte Flaggen schmücken die Gassen, das blaue Festspiel-Logo weht vor dem Rathaus. Überall staunen Spazierende über die kulinarischen Besonderheiten und die mit Kirschblüten und Origami dekorierten Schaufenster.

Kreativität, soweit das Auge reicht
Beim Schlendern in der Fußgängerzone der Landeshauptstadt fällt einem sofort das lebensgroße Cio-Cio-San-Gemälde auf dem Balkon des Juweliers Huber auf.
Ein paar Straßen weiter liefert Scharax Optik einen besonderen Hingucker. Inspiriert von der diesjährigen Opernproduktion wurde das Schaufenster mit gefalteten Papierschiffen und japanischen Schirmen geschmückt.

Buon appetito!
Im Restaurant „Die Welle“ kann man bei einem Madame Butterfly-Cocktail die Festspielatmosphäre genießen. Für Naschkatzen lohnt es sich bei der Schokoladenmanufaktur Xocolat vorbeizuschauen und die selbst kreierten Madame Butterfly-Schokoladen zu kosten – die eignen sich übrigens perfekt als kleine Festspielerinnerung. Auch das Café Götze lädt ein, Madame Butterfly-Pralinen zu probieren. Das Schaufenster ist auch hier liebevoll dekoriert: zwischen einer zuckersüßen Nachbildung der Seebühne und zarten Kirschblüten, blitzen kunstvoll gefaltete Origami Schiffchen hervor.

Seebühne als Inspiration
Im Schaufenster von Sagmeister wird die aktuelle Modekollektion mit Dekorationen im Festspiellook geschmückt. Bei einem zweiten Blick erkennt man auch die ehemaligen grünen Tribünenstühle, die nach Sanierung der Seetribüne ein neues Zuhause gefunden haben. Auch die Buchhandlung Brunner hat sich ganz dem diesjährigen Festspielprogramm verschrieben. Leseratten finden hier Bücher rund um und über Butterfly-Komponist Giacomo Puccini, aber auch alles zu anderen Festspielproduktionen wie Werther oder The Faggots And Their Friends Between Revolutions.

Eine Seebühne im Privatgarten
Aber auch manche Privatleute fühlen sich auf besondere Weise so mit den Bregenzer Festspielen verbunden, dass sie die sprichwörtlichen Bretter, die die Welt bedeuten, bei sich zuhause inszenieren. Ingrid Frischenschlager bringt seit vielen Sommern Spaziergänger:innen und Radfahrer:innen dazu, in der Bregenzer Ankergasse stehen zu bleiben und ihr Handy zu zücken. Fotomotiv: Die jeweilige Seebühnen-Miniatur in ihrem Garten.

2022 hatte Ingrid Frischenschlager das Bühnenbild der Madame Butterfly zentral zwischen Haus und Straße platziert, doch dieses Jahr wird es am Abend sogar in verschiedene Lichtstimmungen versetzt. Wie das große Original ein paar hundert Meter Luftlinie weiter. Frischenschlagers 16-jähriger Enkel Emilio hat rund um das Blatt Papier einen LED-Streifen geklebt und unterm Sonnenschirm einen kleinen Projektor installiert. „Emilio ist auch ein Ideengeber“, ist die Oma hörbar stolz auf diese innerfamiliäre Unterstützung. Zusammenarbeit gibt es buchstäblich auch über den Gartenzaun hinweg: „Das Bühnenbild entsteht immer auch mit meiner Nachbarin Elfriede. Sie hat für die Butterfly die Boote und Schiffe gemacht.“

Viermal im Jahr dekoriert die Bregenzerin ihren Garten neu. „Je nach Jahreszeit. Begonnen hat es, als die Kinder noch klein waren. Mir war wichtig, mit ihnen gemeinsam nicht nur Dinge in den Garten stellen, die man kaufen kann, sondern etwas nach eigenen Ideen zu gestalten und nach Möglichkeit nichts kostet.“ Nützlich, dass ihr der Vater eine „g’hörige Werkstatt“ hinterlassen hat. Alle zwei Jahre nun stellt sich die Frage, wie das neue Bühnenbild vom See im Kleinen nachgebaut werden kann. Das kann durchaus abenteuerlich werden: „Für die Carmen haben wir meine Hände eingegipst … und dann nicht mehr rausgebracht!“ Auf weitere Details geht Ingrid Frischenschlager nicht ein, viel lieber erzählt sie etwas zur Madame Butterfly. Als Grundgerüst hat sie „ein Hennagitter“ verwendet und um die Schattierungen der Berge wiederzugeben, wurden mehrere Bleistifte zerbrochen und die Graphitminen zerrieben. „Mit Farbe und Pinsel kriegst du das nie so hin!“

Nicht jedes Ergebnis der gemeinsamen Überlegungen von Ingrid, Elfriede und Emilio verstaubt nach zwei Saisonen im Keller. So haben die bunten Miniaturdrachen der Zauberflöte (2013/14) weit entfernt eine neue Bleibe gefunden. Eine Urlauberin musste jeden Tag in der Ankergasse vorbei, weil ihr Bub so fasziniert von den Figuren im Garten war. Schließlich sprach die Mutter Ingrid Frischenschlager an. Sie würde ihren Sohn gerne mit den Figuren zum Geburtstag überraschen. Gefragt, getan. „Seither stehen die Drachenhunde in einem Kinderzimmer in Wien“, sagt Ingrid Frischenschlager bewegt.

(ami/es/tg)

03.08.2023

Festspielfieber

© Bregenzer Festspiel / Timea Gisinger
03.08.2023

Festspielfieber

© Bregenzer Festspiele / Elena Sutter
03.08.2023

Festspielfieber

© Bregenzer Festspiel / Timea Gisinger
03.08.2023

Festspielfieber

© Bregenzer Festspiel / Timea Gisinger
03.08.2023

Festspielfieber

© Bregenzer Festspiel / Timea Gisinger
03.08.2023

Festspielfieber

© Bregenzer Festspiel / Elena Sutter
03.08.2023

Festspielfieber

© Bregenzer Festspiel / Timea Gisinger
03.08.2023

Festspielfieber

© Bregenzer Festspiel / Timea Gisinger
03.08.2023

Festspielfieber

© Bregenzer Festspiel / Timea Gisinger