Musikalische Reiselust

Bregenz, 25.4.22. Das Ziel ist gut zu erkennen. Auf dem Weg in den Proberaum der Volksschule Augasse fällt der Blick aus dem Fenster auf das Festspielhaus Bregenz, das nur zehn Gehminuten entfernt liegt. Dort werden Mitte Mai die Kinder in Detlef Heusingers Stück Die Zeitreisemaschine auftreten. 15 Kinder proben hier seit Monaten für ihren großen Auftritt. Amelie ist inzwischen dem Volksschulalter entwachsen – dem Superar-Chor ist sie treu geblieben. „Ich wusste gar nicht, dass wir bei einer Oper mitmachen. Das hat mich aber voll gefreut“, erzählt die Elfjährige. Ihre Chorkollegin Ronja sagt: „Dass uns da viele Leute zusehen, finde ich gut.“ Ihr gefällt bei dem Projekt außerdem, dass sie sich zum Gesang auch bewegen.

Professionell und integrativ
Für Magdalena Fingerlos ist nicht nur das Festspielhaus das Ziel, sondern vor allem der Weg dorthin. Die ausgebildete Musikpädagogin und -therapeutin ist Standort- und Chorleiterin von Superar in Vorarlberg und Liechtenstein. Der Verein kooperiert seit der Kinder-Version der Carmen mit den Bregenzer Festspielen. Weitere Unterstützung kommt von der Musikschule Bregenz.

Der hohe künstlerische Anspruch ist das eine. „Aber in erster Linie geht es um niederschwelligen, kostenfreien Zugang zu Musik und darum, den Selbstwert zu stärken und Gemeinschaft zu erleben“, erzählt Fingerlos. Es ist kein Auswahlchor, ein Vorsingen gibt es nicht. Der Qualität schadet diese Philosophie nicht, wie die Probe zeigt: schwierige Passagen mit abrupten Wechseln oder Dissonanzen – kein Problem. Neben Bregenz ist Altach ein weiterer Superar-Standort. Dort probt eine zweite Gruppe für Die Zeitreisemaschine, im April kommen die Kinder zusammen und bereiten sich gemeinsam im Festspielhaus vor.

Inhaltlich geht es in Heusingers Familienoper um die Geschwister Frida und Felix, die 200 Jahre in die Vergangenheit reisen, um Gioachino Rossini in Paris zu besuchen. Der deutsche Komponist Detlef Heusinger kombiniert klassische und zeitgenössische Klänge. Und das erfolgreich, wie das Fachmedium nmz (neue musikzeitung) zur Uraufführung im Landestheater Detmold vor wenigen Wochen schrieb: „Eine Familienoper ist es auch wirklich. Denn an ihr werden alle Spaß haben: die 8-Jährigen nicht weniger als die 80-Jährigen.“

(tb)

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Die Zeitreisemaschine
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