Kritikenspiegel "Così fan tutte"

Auszüge aus der Berichterstattung 2015

Stand: 19. August 2015, 12:30 Uhr

Allgäuer Zeitung

Autor: Klaus-Peter Mayr

Mozarts Così fan tutte bei den Bregenzer Festspielen ist ein vergnüglicher Reigen rund um Treue und Untreue, Verführung und Zurückweisung. Am Ende staunen alle, was sie angerichtet haben

[…] Nun feierte das erste Opernstudio-Projekt, Così fan tutte, im Kornmarkttheater Premiere, und das Ergebnis spricht für sich. Die sechs angehenden Profisänger sangen und spielten Mozarts Mischung aus Erotik-Komödie und Eifersuchts-Drama mit solch jugendlichem Schwung und derart hoher Qualität, dass nicht nur am Ende euphorisch applaudiert wurde […]

[…] so konnten die Zuschauer stimmstarke und spielfreudige Akteure genießen. Sie verzahnten sich zudem bestens mit dem musikantisch-spritzig aufspielenden Symphonieorchester Vorarlberg unter Leitung von Hartmut Keil. […]

[…] Regisseur Lichtenstein hat maßgeblichen Anteil an der umwerfenden Aufführung, die man auch Opernneulingen wärmstens empfehlen kann. […]

[…] Lichtenstein inszeniert diese Versuchsanordnung mit furioser Leichtigkeit und augenzwinkernder Ironie, angetrieben vom Drive der Musik Mozarts. […]

Autor: Klaus-Peter Mayr

Schwäbische Zeitung

Autor: Katharina von Glasenapp

So gut machen’s eben nicht alle

Neues Opernstudio der Bregenzer Festspiele präsentiert überzeugend Così fan tutte

[…] Regisseur Jörg Lichtenstein, Dirigent Hartmut Keil, sechs hoch motivierte junge Sängerinnen und Sänger und das Symphonieorchester Vorarlberg präsentieren im Landestheater eine ungemein spritzige und konsequent durchgearbeitete Operninszenierung von Mozarts Meisterwerk. […]

[…] Die jungen Sängerinnen und Sänger nutzen ihre Chance und bringen sich mit Spiellust und prächtigen Stimmen ein. […]

[…] Musiziert wird prächtig: vom phantasievollen Hammerklavierspiel, das Harmut Keil selbst zur Begleitung der Rezitative gestaltet, über die spritzigen oder fein gewebten Streicherstimmen zu den Holzbläsern und den virtuos aufspielenden Hörnern ist das Symphonieorchester Vorarlberg bestens eingestimmt. Und Kelebogile Pearl Besong (Fiordiligi), Annika Schlicht (Dorabella), Sónia Grané (Despina), Stephen Chambers (Ferrando), Maximilian Krummen (Guglielmo) und Grigory Shkarupa (Alfonso) bilden ein wunderbar ausgewogenes, mit Leidenschaft, Herzblut und Musikalität agierendes Ensemble. Jubel und Begeisterung für die tolle Produktion.

Der Rheintaler

Autorin: Bettina Kugler

Besser hätte das Opernstudio der Bregenzer Festspiele kaum starten können: In Jörg Lichtensteins schlüssiger Umsetzung von Mozarts Così fan tutte hält das Publikum drei Stunden lang den Atem an - vor Begeisterung.

[…] eine lange Nacht, kurzweilig, prickelnd und hochspannend. Man sieht förmlich, wie viel Adrenalin im Spiel ist […]

[…] So geht es dann auch bald dem Publikum am Premierenabend: Es verliebt sich heftig in die jungen Sänger, die da schauspielerisch und musikalisch alle Register ziehen […]

[…] Hier ist grosse Kondition gefragt, technische Bravour (besonders bei Fiordiligi; die überragende Südafrikanerin Kelebogile Pearl Besong erntet dafür reichlich «Brava!»-Rufe) […] Stephen Chambers ist ein Ferrando mit schmelzendem Tenor […] Maximilian Krummen spielt Guglielmo als Draufgänger und Hitzkopf, ungemein wendig sein schöner Bariton. Annika Schlicht als Dorabella würde so gut zu ihm passen, nicht nur stimmlich! Flink wie eine Ameise dazwischen Sónia Grané, das Faktotum Despina, ebenfalls eine Idealbesetzung. […]

[…] Jörg Lichtenstein inszeniert mit feinem Gehör für die Partitur; dazu gehört auch völlige Stille. Sein Regiekonzept garantiert grösstes Vergnügen […]

Der Standard

Autor: Daniel Ender

Das neu gegründete Opernstudio der Bregenzer Festspiele startete mit Mozarts Così fan tutte. Ein junges Ensemble überzeugte genauso wie die erfrischende Regie von Jörg Lichtenstein

[…] Das Experiment, welches die neue Bregenzer Intendantin Elisabeth Sobotka mit dem Opernstudio durchführt, ist gelungen: Mozarts Così fan tutte ist im Vorarlberger Landestheater am Kornmarkt im Künstlermilieu angesiedelt und wirkt kurzweilig. […]

[…] Glaubhaft vermittelt etwa Kelebogile Pearl Besong in den extremen Intervallsprüngen der Fiordiligi, wie diese Figur hin- und hergerissen wird. Annika Schlicht gibt eine grandiose Dorabella, der die eigene Sinnlichkeit nicht ganz geheuer zu sein scheint, Sónia Grané eine springlebendige, dabei aber nicht nur komische Despina.

Auch die Herren der Schöpfung singen beinahe so schön, wie sie sich gegenüber den Damen anpreisen: Maximilian Krummen ist ein kerniger Guglielmo, Stephen Chambers ein Ferrando mit allen lyrischen Anlagen, Grigory Shkarupa ein kraftvoller Don Alfonso, dessen Überlegenheit als eingebildete deutlich wird.

Das erfrischend klein besetzte Symphonieorchester Vorarlberg hat sich auf einen unkonventionellen Mozart-Stil eingeschworen, der zur szenischen Lesart passt. Wendig und leicht, mit viel Klangschönheit vor allem bei den Bläsern […]

APA

Autorin: Angelika Grabher-Hollenstein

Bregenzer Cosi fan tutte im neuen Opernstudio machte Lust auf mehr

Neues Format kam beim Festspielpublikum an - Ausdauernder Applaus für junges Sängerensemble

[…] Erfrischend präsentierte sich am Montagabend Mozarts Cosi fan tutte im neuen Opernstudio der Bregenzer Festspiele. Die Mitwirkenden durften sich im Kornmarkttheater über langen Schlussapplaus freuen. […]

[…] Sonia Grane bewies komisches Talent und gab eine quirlige und vielseitige Despina. Mit Bühnenpräsenz und Ausdruck überzeugte Annika Schlicht als Dorabella. […]

[…] Fiordiligi-Darstellerin Kelebogile Pearl Besong, deren leidenschaftliche Soli viel Freude bereiteten. Maximilian Krummen machte als Guglielmo nicht nur schauspielerisch eine gute Figur. […]

[…] Das Symphonieorchester Vorarlberg unter Hartmut Keil stellte sich ganz in den Dienst der Sänger, wofür das Publikum viel Beifall zollte. […]

[…] Sobotkas "Experiment auf allerhöchstem Niveau" darf also insgesamt als geglückt bezeichnet werden. […]

Salzburger Nachrichten

Autor: Redaktion/APA

Erfrischend: Cosi fan tutte im neuen Bregenzer Opernstudio

Erfrischend präsentierte sich am Montagabend Mozarts Cosi fan tutte im neuen Opernstudio der Bregenzer Festspiele. Die Mitwirkenden durften sich im Kornmarkttheater über langen Schlussapplaus freuen. Man wolle mit dem neuen Format in die Zukunft der Sänger, aber auch in die des Festivals investieren, so Intendantin Elisabeth Sobotka im Vorfeld. Ein guter Anfang ist nun jedenfalls gemacht. [...]

Kleine Zeitung

Autor: Redaktion/APA

Die Mozart Oper im neuen Opernstudio der Bregenzer Festspiele kam beim Publikum gut an. Das junge Sängerensemble wurde heftig beklatscht. [...]

Vorarlberger Nachrichten (Kommentar)

Autorin: Christa Dietrich

[…] Das Cosi-Regiekonzept geht auf, es funktioniert und es zeigt sich, dass man mit dem Opernstudio einen tollen Start hingelegt hat. […]

[…] Keine Kompromisslösung also, sondern eine gute Idee, die Feinheiten – nicht zuletzt die stimmlichen der Protagonisten – machen es aus. Ein neues Format wurde etabliert. […]

Vorarlberger Nachrichten

Autorin: Christa Dietrich

Die Premiere von Mozarts Così fan tutte im Kornmarkttheater endete mit großem Beifall und Bravos. Mit dem Werk haben die Bregenzer Festspiele ihr Opernstudio eröffnet.

[…] Così fan tutte ist bei den Festspielen ein eindrücklicher Sänger- und Schauspieler-Abend. […]

[…] Die aus Pretoria stammende Sopranistin Kelebogile Pearl Besong meistert die schwierigen Koloraturen der Fiordiligi derart ausdrucksstark, dass sich unmittelbar diese elektrisierende Stimmung zwischen Bühne und Publikum aufbaut, und sie zeigt dabei ein Spiel bzw. eine Stimme, die bis zum leisesten Seufzer kultiviert bleibt. Sónia Grané (aus Portugal stammend) dürfte sich nach diesem Auftritt für viele Häuser als Despina empfehlen, verleiht sie der Partie doch abgesehen von der stimmlichen Kompetenz eine klischeefreie Doppelbödigkeit. Präzision und Timbre der Mezzosopranistin bringen viele Ensemblestellen an diesem dreistündigen Abend so richtig zum Leuchten. Dasselbe gilt für den Guglielmo von Maximilian Krummen, dessen klangschöner Bariton das Festspiel-Publikum bereits im Vorjahr in den Kurzopern Le Rossignol"/"L'hirondelle inattendue begeistert hatte. […]

Neue Vorarlberger Tageszeitung

Autorin: Anna Mika

[…] Mit dem neu gegründeten Opernstudio der Bregenzer Festspiele hat Intendantin Elisabeth Sobotka ins Schwarze getroffen. […]

[…] Was die Musik und die jungen Sänger des Opernstudios betrifft, so blieben keine Wünsche offen. Dirigent Hartmut Keil leitete das Symphonieorchester Vorarlberg und die sechs Solisten nach allen Regeln der Kunst, keineswegs irgendeiner interpretatorischen Mode folgend, jedoch urmusikalisch und beglückend nah am Herzschlag Mozarts. […]

[…] Und die drei Damen und die drei Herren der Sängerriege bildeten ein eingeschworenes Ensemble und waren jede und jeder für sich fabelhaft, sie vermochten ihre jeweiligen, teils äußerst anspruchsvollen Arien wunderbar zu gestalten. Da war Kelebogile Pearl Besong als Fiordiligi, leidenschaftlich im Aufruhr der Gefühle und berührend inwendig. Eher leichtlebig ist die Dorabella von Annika Schlicht, die ihren üppigen Mezzosopran, der bald Partien des größeren Fachs fordern dürfte, mit hervorragender stimmlicher Disziplin zu führen weiß. […]

[…] Mit wunderschöner Tenorstimme und darstellerischer Präsenz gibt Stephen Chambers den Ferrando, und Maximilian Krummen als Guglielmo ist ihm ebenbürtig. Ihre allseitige Spielfreude wird gefordert und gefördert von der Regie von Jörg Liechtenstein […]

Kultur Zeitschrift Online

Autor: Fritz Jurmann

[…] Das Ergebnis kann sich vor allem hören lassen, weil sich die sechs Protagonisten letztlich als ungemein spielfreudiges, kompakt aufeinander eingespieltes Ensemble präsentieren, das auch stimmlich die allerhöchsten Anforderungen von Mozarts später Kompositionskunst locker bewältigt. Ebenso wächst das Symphonieorchester Vorarlberg unter dem routinierten und feinnervigen Dirigat von Hartmut Keil einen Abend lang quasi über sich hinaus, der auch umsichtig die Sänger führt und für eine gute Balance zwischen Bühne und Graben sorgt. […]

[…] Lichtenstein geht in seiner Bewegungsregie in vielen Details sehr schön auf die musikalischen Erfordernisse ein und präsentiert insgesamt ein minutiös ausgearbeitetes musikalisches Kammerspiel um diese sechs Personen. […]

[…] Die farbige, in Pretoria geborene Sopranistin Kelebogile Pearl Besong gibt die Fiordiligi und damit die quirligere der beiden abenteuerlustigen Schwestern. Mit ihrer berühmten Arie Come scoglio (Wie der Felsen) legt sie imponierend ein Hasardstück sängerischer Kunst hin, das die gefürchteten Arien der Königin der Nacht aus der Zauberflöte an Länge, Sprüngen und Dichte der Koloraturen bei weitem übertrifft. […]

[..] Eine Nummer für sich ist die blutjunge Portugiesin Sónia Grané als Kammerzofe Despina, ein kleines, quirliges Persönchen, der man niemals solche Bühnenpräsenz, solch stimmliches Format zugetraut hätte. Meist älter besetzt wird die Figur des Don Alfonso, der der russische Bass Grigory Shkarupa trotz seiner Jugend mit einem wunderbar tragenden Bass eine Mischung aus Würde und Gerissenheit verleiht. […]

Autor: Fritz Jurmann

[JG]

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Fotoprobe Opernstudio - Così fan tutte
v.l.n.r.: Kelebogile Pearl Besong (Fiordiligi),Stephen Chambers (Ferrando), Sónia Grané (Despina), Grigory Shkarupa (Don Alfonso), Annika Schlicht (Dorabella), Maximilian Krummen (Guglielmo)