„Die allermeisten Künstler möchten zurückkommen“

Fünf Fragen an ... Katja Nawka

Bregenz, 28.6.19. Im Opernstudio arbeiten junge Sängerinnen und Sänger unter anderem mit Dmitry Vdovin. Er leitet das Opernstudio am Bolshoi-Theater in Moskau und ist im russischen Repertoire sehr versiert. Dem Publikum bietet die Meisterklasse am 6. Juli exklusive Einblicke in dieses Schaffen. Zuständig für die Umsetzung ist die Berlinerin Katja Nawka, die seit fünf Jahren zum Organisations-Team der Bregenzer Festspiele zählt.

Du hast bei den Bregenzer Festspielen viele Aufgaben. Welche sind das genau?
Ich leite verschiedene Projekte. Dazu zählen die Eröffnungs-Zeremonie im Festspielhaus, die vier Orchesterkonzerte inklusive aller Proben, in manchen Jahren auch eine zeitgenössische Produktion und nicht zuletzt die Opernstudio-Produktionen mit der Meisterklasse.

Was ist das Ziel des Opernstudios?
Festspielintendantin Elisabeth Sobotka hat das Opernstudio im Jahr 2015 gegründet. Junge Sängerinnen und Sänger sollen die Möglichkeit bekommen, sich in geschütztem Rahmen eine Rolle intensiv zu erarbeiten und den Sprung auf die große Bühne vorzubereiten. Es ist ein sehr umfangreiches Trainee-Programm, nicht nur ein Rollenstudium. Es gibt auch Coachings zu verschiedenen Sprachen, unter anderem Italienisch und in diesem Jahr Russisch. In der Meisterklasse geht es um Ästhetik, Technik, Gestaltung und Interpretation – und das fokussiert auf eine bestimmte Rolle in einer Produktion. Dieses Mal ist das Tschaikowkis Eugen Onegin.

Wie wird das umgesetzt?
Am Anfang stehen zwei Tage musikalische Proben mit dem Dirigenten. Bevor es zum szenischen Teil mit dem Regisseur kommt, hilft ein Gesangspädagoge den jungen Künstlern drei Tage lang dabei, die Musik noch intensiver zu erarbeiten. Diese Meisterklasse hat in den vergangenen Jahren Kammersängerin Brigitte Fassbaender übernommen, 2019 ist es Dmitry Vdovin.

Wie wird man Teilnehmerin oder Teilnehmer der Meisterklasse?
Im Rahmen des Opernstudios bieten wir den Künstlern die Möglichkeit einer Meisterklasse mit renommierten Sängern, die sie sonst teuer bezahlen müssen. Daher wählen Elisabeth Sobotka, Operndirektorin Susanne Schmidt und ich Sängerinnen und Sängern aus Wettbewerben wie NEUE STIMMEN, in Vorsingen und bestehenden Opernstudio-Programmen wie in Zürich, Berlin, Stuttgart, und München aus. Sie kommen im Rahmen einer Opernstudio-Produktion zu uns und dürfen hier dann die Meisterklasse besuchen.

Geht die Rechnung auf? Schaffen es junge Künstler aus der Meisterklasse in späteren Jahren auf die große Bühne?
Ja, das funktioniert immer wieder. Gute Beispiele sind Wolfgang Stefan Schwaiger und David Oštrek, die 2016 im Opernstudio dabei waren. Dieses Jahr singen sie in Rigoletto den Marullo und den Grafen Ceprano. Patrick Reiter, im Vorjahr noch im Opernstudio, wirkt bei der Hausoper Don Quichotte als Solist Juan mit. Die allermeisten, die hier waren, lieben Bregenz und möchten zurückkehren. Sie fühlen sich hier offensichtlich gut aufgehoben.

Sowohl für die Meisterklasse am 6. Juli (Seestudio, Festspielhaus) als auch für Eugen Onegin (12., 13., 15. und 17.8. im Theater am Kornmarkt), sind noch Karten erhältlich.

(tb)

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